Das BtM-Rezept im Detail

Bei BtM-Rezepten sind neben den rechtlichen/vertraglichen Vereinbarungen für „normale“ Kassenrezepte auch BtM-rechtliche Vorgaben zu beachten.

Ein BtM-Rezept besteht aus einem dreiteiligen Vordruck:

Teil I: Dokumentation in der Apotheke
Teil II: Abrechnung mit der Krankenkasse
Teil III: Dokumentation in der Arztpraxis

Erforderliche Angaben auf dem BtM-Rezept laut BtMVV

1. Angaben zum Patienten und zur Krankenkasse

Name, Vorname und Anschrift des Patienten müssen gemäß BtMVV angegeben sein. Ebenfalls in diesem Bereich sind das Geburtsdatum des Patienten und die Angaben zur Krankenkasse einzutragen.

Bei Rezepten für den Praxisbedarf entfallen die Angaben zum Patienten, es reicht der Vermerk „Praxisbedarf“ im Patientenfeld.

2. Ausstellungsdatum

Das BtM-Rezept ist 7 Tage nach der Rezeptausstellung gültig.

Das bedeutet, dass BtM-Rezepte bis spätestens zum 8. Tag (inkl. Verschreibungsdatum) in der Apotheke vorgelegt werden muss.

 

 

3. Eindeutige Arzneimittelbezeichnung und Menge

Das BtM muss entweder mit eindeutiger Arzneimittelbezeichnung verordnet werden oder es müssen jeweils zusätzlich Bezeichnung und Gewichtsmenge des enthaltenen Betäubungsmittels je Packungseinheit, bei abgeteilten Zubereitungen je abgeteilter Form und Darreichungsform angegeben werden.

Die Menge des verschriebenen Arzneimittels muss in Gramm, Milliliter oder Stückzahl der abgeteilten Form ausgewiesen werden, also z. B. „Oxycodon XY-Pharma 20 mg Retardtabletten 20 St. N1“.

4. Gebrauchsanweisung

Auf jedem BtM-Rezept müssen Angaben zur Dosierung des verordneten Mittels gemacht werden. Diese müssen mit Einzel- und Tagesangaben erfolgen wie z. B. „alle 3 Tage 1 Pflaster aufkleben“ oder „3 x tägl.1 Kapsel einnehmen“. Ein allgemeiner Vermerk wie „gemäß schriftlicher Anweisung“ ist laut BtMVV ebenfalls möglich. Mit den letzten Änderungen der BtMVV wurde in § 9 (1) auch die Art der Dosierungsangabe etwas verallgemeinert, um Fehler beim Ausfertigen des BtM-Rezeptes zu vermeiden:

„5. Gebrauchsanweisung mit Einzel- und Tagesgabe oder im Falle, dass dem Patienten eine schriftliche Gebrauchsanweisung übergeben wurde, ein Hinweis auf diese schriftliche Gebrauchsanweisung.“

5. Beladungsmenge bei Pflastern

Bei BtM-Pflastern ist zusätzlich die Beladungsmenge anzugeben. Auf die Beladungsmenge kann verzichtet werden, wenn sie aus der Produktbezeichnung unzweifelhaft hervorgeht.

Beispiel: Generische Verordnung, Angabe der Beladungsmenge erforderlich:

„Fentanyl Matrix 100 µg/h, 5 St., enthält 23,12 mg Fentanyl“

Beispiel: Beladungsmenge ergibt sich aus der Produktbezeichnung, Extraangabe der Beladungsmenge nicht erforderlich:

„Fentanyl Hexal Mat 100 µg/h Matrixpflaster, 20 St. N3“

6. Buchstaben auf der Verodnung / Sonderregelungen

In bestimmten Fällen muss der Arzt auf der Verordnung zusätzlich einen Buchstaben aufbringen, der die jeweilige Sonderregelung definiert:

A: Bei Überschreitung der Höchstverschreibungsmenge innerhalb von 30 Tagen

N: Beim Nachreichen einer notfallbedingten Verschreibung

S und SZ: Im Falle der Verschreibung zur Substitution

S T:Substitutionsmittel zur eigenverantwortlichen Einnahme, Take Home

K: Bei Verschreibung für Kauffahrteischiffe

7. Arztstempel und Unterschrift

Auf jeder ordnungsgemäß ausgestellten BtM-Verordnung müssen Name, Anschrift,Telefonnummer und Berufsbezeichnung des verschreibenden Arztes sowie eine eigenhändige Unterschrift des Arztes angegeben sein. Im Vertretungsfall muss zusätzlich der Vermerk „i.V.“ aufgebracht werden.

Bei Gemeinschaftpraxen ist der verordnende Arzt im gemeinsam genutzten Stempel zu unterstreichen.

8. Betriebsstättennummer und Arztnummer

Auch auf BtM-Rezepten müssen die Betriebsstättennummer (BSNR) und die lebenslange Arztnummer (LANR) angegeben werden. 

9. Seriennummer

Jeder Rezeptvordruck bekommt eine einmalige neunstellige Seriennummer. Diese Seriennummer wird mit einer schwarzen Farbe aufgedruckt, die unter UV-A-Licht grünlich fluoresziert­.