Präparate, die im Rahmen der Selbstmedikation eingesetzt werden, sind im Allgemeinen als apothekenpflichtige Arzneimittel im Handel.

Abgabe bis zum 18. Geburtstag

Apothekenpflichtige Arzneimittel können nach § 34 SGB V (Sozialgesetzbuch, Fünftes Buch) zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgegeben werden:

  • Für alle Kinder und Jugendliche bis zum 12. Geburtstag
  • Für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen auch bis zum 18. Geburtstag

Für den Fall, dass eine Entwicklungsstörung vorliegt, muss weder der Arzt dies auf der Verordnung angeben noch die Apotheke nachprüfen. Das heißt, dass ein verordnetes apothekenpflichtiges Arzneimittel bis zum 18. Geburtstag eines Patienten zulasten der gesetzlichen Krankenkasse auf Rezept abgegeben werden kann. Ausnahme: Es handelt sich um eine nicht erstattungsfähige Jumbopackung.

Abgabe für Erwachsene

Apothekenpflichtige, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur in Ausnahmefällen für Erwachsene zulasten der GKV abgegeben. Die GKV-Erstattung hängt von den Vorgaben der Anlage I der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA (OTC-Übersicht) ab. Apothekenpflichtige Arzneimittel, die zur Behandlung von Depressionen oder depressiven Verstimmungen bzw. zur Behandlung von Stress und nervöser Unruhe verwendet werden, erfüllen diese Voraussetzungen nicht und können daher nicht zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben werden.

Zusatzinfo: Viele gesetzliche Krankenkassen bieten die Erstattung pflanzlicher, homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel als freiwillige Satzungsleistung an. In der Regel werden die Kosten bis zu einem festgelegten Jahresbetrag übernommen. Hierfür muss das entsprechende Arzneimittel auf einem grünen Rezept verordnet sein. Der Patient bezahlt zunächst den vollen Betrag (wie bei einem Privatrezept) und kann anschließend das bedruckte grüne Rezept zusammen mit der Quittung aus der Apotheke bei der Krankenkasse einreichen.

Ist das verordnete Arzneimittel keine Satzungsleistung der Krankenkasse, kann das grüne Rezept zusammen mit der Quittung aus der Apotheke bei der Einkommenssteuererklärung des Patienten als Beleg für außergewöhnliche Belastungen eingereicht werden.