• Kritische Indikation: MS ist eine chronische und nicht heilbare Erkrankung, die eine Dauerbehandlung erfordert. Patienten könnten durch wechselnde Präparate zusätzlich belastet werden. [26]
  • Dauertherapie: Glatirameracetat wird als Basistherapie regelmäßig und über längere Zeiträume eingesetzt, sodass Patienten auf das jeweilige Präparat eingestellt sind. [26]
  • Anwendung der Fertigspritze: Bei unterschiedlichen Präparaten kann die Handhabung der Fertigspritzen variieren, was im schlimmsten Fall mit Anwendungsfehlern und einer Therapiegefährdung einhergehen kann.
  • Compliance bzw. Adherence: Patienten könnten bei wechselnden Präparaten verunsichert sein, vor allem bei einer schwerwiegenden Erkrankung wie MS. [26]
  • Präparatbezogene Patientenbetreuung: Die Firma TEVA bietet ein spezielles Programm für MS-Patienten an, die Copaxone® erhalten (Aktiv mit MS: MS-Schwesternservice, Injektionstraining, Erfahrungsaustausch in einem Forum, telefonische Beratung). Bei Umstellung auf ein anderes Präparat können Patienten an diesem Programm nicht mehr teilnehmen.

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft rät bei NCBDs, vor allem bei solchen zur Dauertherapie, von einer Aut-idem-Substitution ab, bis die therapeutische Äquivalenz eindeutig belegt werden kann. [20] [26]

Für die Rezeptbelieferung ergibt sich deshalb ein allgemeiner Leitsatz: Ein Präparatewechsel ist bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Glatirameracetat im Rahmen einer laufenden Therapie zu vermeiden. Die bestehenden Abgabevorschriften müssen natürlich beachtet werden. Die Nichtabgabe von Rabattarzneimitteln (z. B. bei Pharmazeutischen Bedenken) muss entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen begründet werden. Die folgenden Fallbeispiele zeigen, wie Apothekenmitarbeiter im Einzelfall vorgehen können.

CAVE: Wirkstoffverordnung

Bei einer Wirkstoffverordnung über Glatirameracetat sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden, um festzustellen, welches Präparat gemeint ist (§ 17 Abs. 5 ApBetrO).