Eine Suspension ist ein disperses System, das aus einer festen, überwiegend unlöslichen Phase und einer flüssigen Phase besteht. Die feste Phase enthält den oder die Wirkstoffe in fein verteilten Partikeln mit einer Größe von etwa einem bis 100 Mikrometern. Die flüssige Phase wird als Dispersionsmittel oder Suspensionsgrundlage bezeichnet. Da Suspensionen instabile Zubereitungen sind, neigen sie zur Phasentrennung. Beim Stehenlassen sinken die festen Partikel aufgrund der Schwerkraft ab und bilden ein Sediment am Gefäßboden. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, worauf es bei der Herstellung von Suspensionen ankommt, welche Qualitätsanforderungen zu beachten sind und welche Informationen Sie Ihren Kundinnen und Kunden bei der Abgabe vermitteln sollten.
Orale Suspensionen werden besonders in der Pädiatrie, Geriatrie und bei Sondenpatientinnen und -patienten eingesetzt. Sie ermöglichen eine flexible Dosierung, beispielsweise bei Kindern durch Anpassung an das Körpergewicht, und erleichtern die Einnahme bei Schluckstörungen.
Damit Suspensionen sicher angewendet werden können, müssen sie bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Die Wirkstoffpartikel müssen gut benetzbar sein, langsam sedimentieren, sich leicht wieder homogen aufschütteln lassen und sich möglichst wenig im Dispersionsmittel lösen.
Die Benetzbarkeit der Wirkstoffteilchen ist wichtig, damit sich diese gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilen. Sie wird durch die Grenzflächenspannung zwischen fester und flüssiger Phase sowie durch die chemischen Eigenschaften der verwendeten Stoffe beeinflusst.
Da Suspensionen grundsätzlich zur Sedimentation neigen, ist die Bildung eines Sediments erlaubt. Entscheidend ist jedoch, dass die Partikel nicht miteinander verkleben, da sonst ein schwer aufschüttelbares Sediment (Caking) entsteht und die Dosiergenauigkeit beeinträchtigt wird.
Die eingesetzten Wirk- und Hilfsstoffe sollten sich in der Suspensionsgrundlage möglichst wenig lösen. Bei zu hoher Löslichkeit besteht die Gefahr einer späteren Auskristallisation, wodurch sich die Stabilität und Dosierbarkeit der Suspension verändern können.
Bei der Herstellung von Suspensionen müssen Wirk- und Hilfsstoffe miteinander kompatibel sein. Außerdem muss eine zu schnelle Sedimentation sowie eine Auskristallisation verhindert werden. Bei nicht standardisierten Rezepturen sind daher eine Plausibilitätsprüfung und eine geeignete Herstellungsanweisung erforderlich.
Durch mikronisierte Wirkstoffe kann die Sedimentation verlangsamt werden, da kleinere Partikel langsamer absinken als größere. Zusätzlich kann die Sedimentationsgeschwindigkeit durch den Zusatz von Viskositätserhöhern reguliert werden.
Ziel ist eine stabile Suspension, die sich gut aufschütteln lässt und eine genaue Wirkstoffdosierung ermöglicht.
Vor der Einnahme müssen Suspensionen grundsätzlich gut aufgeschüttelt werden. Durch das Schütteln werden die abgesetzten Wirkstoffpartikel wieder gleichmäßig im Dispersionsmittel verteilt. Dadurch entsteht eine homogene Suspension, die eine genaue Dosierung des Wirkstoffs ermöglicht. Besonders wichtig ist dies, da sich die festen Bestandteile beim Stehenlassen am Gefäßboden absetzen können. Wird die Suspension nicht ausreichend aufgeschüttelt, kann sich die Wirkstoffkonzentration in den einzelnen Portionen verändern. Dadurch kann es zu einer falschen Dosierung kommen, da die entnommene Menge entweder zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten kann.