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Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker e.V. (ZL) hat eine Stabilitätsstudie zur Hydrophilen Metronidazol-Creme 1 % (NRF 11.91.) durchgeführt, um auslösende Faktoren für ein Kristallwachstum näher bestimmen zu können. Hintergrund war ein Ringversuch von 2017, in dem festgestellt wurde, dass Temperaturschwankungen in Metronidazol-Cremes zu einem massiven Kristallwachstum führen.

Ausgangspunkte

Untersucht wurden unterschiedliche Varianten der Rezeptur im Hinblick auf:

  • den Einfluss der Ausgangsgröße der Partikel; dafür wurden sowohl die mikronisierte als auch die pulverförmige nicht mikronisierte Substanz verwendet.
  • die Stabilität bei unterschiedlichen Lagerungsbedingungen.
  • die Stabilität des Wirkstoffs bei unterschiedlichen pH-Werten der Rezepturen.

Die Untersuchungen fanden über einen Zeitraum von zwölf Monaten statt.

Rezepturwissen

ZL-Stabilitätsstudie Metronidazol-Creme

Ergebnisse

  • Alle getesteten Proben lagen in ihrem Gehalt im erlaubten Bereich von 90,0 bis 110,0 % (Ausnahme: auf pH 3 angesäuerte Creme)
  • Der mikronisierte Wirkstoff zeigte eine deutliche Überlegenheit gegenüber nicht mikronisiertem Wirkstoff.
  • Die Auswertung verschiedener Temperaturwechsel ergab: Ein Kristallwachstum wurde bei einem Temperaturunterschied von mehr als 15 °C festgestellt; bei einer Temperaturdifferenz von 15 °C und weniger wurde kein Kristallwachstum nachgewiesen.

Die wichtigsten Ergebnisse für Herstellung und Abgabe in Kürze:

  • Nur mikronisierte Substanzen verwenden
  • Verreibungen oder Fertigprodukte in Stichproben auf große Partikel prüfen
  • Grundlage gegebenenfalls vorkühlen
  • Erwärmen der Zubereitung vermeiden (kann gegebenenfalls durch elektrische Herstellungssysteme hervorgerufen werden)
  • Zubereitung nach der Herstellung nicht kühlen (nicht in den Kühlschrank stellen)
  • Patienten zur korrekten Lagerung und Transport aufklären
  • Bei hohen Außentemperaturen (≥ 30 °C) empfiehlt sich die temperaturkontrollierte Abgabe, beispielsweise in einem Styroporbehältnis mit einem Kühlpad
  • Korrekte Lagerung: Meiden von Lagerungen im Auto, auf der Heizung oder Fensterbank

Zusammenfassung

Bei der Herstellung und Aufbewahrung der Hydrophilen Metronidazol-Creme 1 % (NRF 11.91.) sollten große Temperaturschwankungen beziehungsweise Temperaturen von über 30 °C auf jeden Fall vermieden werden. Elektrische Herstellsysteme führen leicht zu hohen Temperaturen in der Zubereitung, sodass diese nur mit Vorsicht verwendet werden sollten.

Optionen zur besseren Verarbeitung in elektrischen Herstellsystemen wären niedrige Umdrehungszahlen, Pausen beim Rühren oder ein Vorkühlen der Grundlage. Generell wird jedoch die manuelle Zubereitung empfohlen, um eine homogene Verteilung des Wirkstoffs sicherzustellen. Die fertig hergestellte Zubereitung sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden, da Temperaturschwankungen allgemein gemieden werden sollten.

Als Ausgangssubstanz sollte mikronisiertes Metronidazol verwendet werden. Bei Einsatz einer Vorverreibung oder eines Fertigproduktes muss stichprobenartig auf große Partikel geprüft werden, z. B. visuell durch Ausstreichen auf einer Glasplatte. Sollte Metronidazol mit sauer reagierenden Substanzen vereint werden, die einen pH-Wert von ≤ 3 in der Zubereitung bedingen, empfiehlt es sich, die Aufbrauchfrist auf sechs Monate zu begrenzen.