Anwendung Pharmazeutischer Bedenken

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft nennt in Ihrer akualisierten Leitlinie vom 24. Februar 2014 folgende Grundsätze, die für eine generische Substitution relevant sind:

  • Bei Indikationen, die eine besonders gute Einstellung der Patienten und eine konstante medikamentöse Therapie erfordern, sowie bei kritischen Darreichungsformen sollte ein Präparatewechsel vermieden werden
  • Bei Stoffen mit geringer therapeutischer Breite, insbesondere bei kritischen Darreichungsformen, sollte ein Präparatewechsel vermieden werden
  • Nur bei Verfügbarkeit therapeutisch gleichwertiger Präparate austauschen
  • Berücksichtigung von Faktoren, die für die Compliance der Patienten von Bedeutung sind

Ablaufschema

  1. Prüfung, ob der Wechsel zu einem rabattbegünstigten Arzneimittel (§ 11), zu einem preisgünstigen Arzneimittel (§ 12) oder zu einem preisgünstigen Import (§ 13) problematisch ist
  2. Gespräch mit Patienten (bzw. Angehörigen oder Pflegenden), um das potentielle Problem durch Beratung zu lösen, soweit dies möglich ist
  3. Wenn trotz Beratung Pharmazeutische Bedenken fortbestehen: Keine Abgabe eines Mittels, gegen das Pharmazeutische Bedenken bestehen, sondern Durchlaufen der Abgaberangfolge nach den §§ 11 bis 14, bis ein abgabefähiges Mittel gefunden ist (vgl. hierzu Rahmenvertrag § 14 Abs. 3 und 4).
  4. Stichwortartige Angabe des Grundes für die Nichtbeachtung auf dem Verordnungsblatt (Abzeichnen mit Datum und Unterschrift)
  5. Aufdruck des Sonderkennzeichens 02567024 und Faktor 8 bzw. 9 auf dem Verordnungsblatt