Arbeitshilfen und Informationen zur Covid-19-Pandemie

Aktuell herrscht in Deutschland eine noch nie dagewesene Ausnahmesituation – gerade für das Gesundheitswesen und damit auch für Apotheken eine enorme Belastung. Vieles ist neu, wie die verschärften Hygiene- und Vorkehrungsmaßnahmen: Plexiglasscheiben, Mundschutz und 1,5 Meter Abstand halten, um nur einige zu nennen. Hier stellen wir Ihnen Arbeitshilfen und Informationen zur aktuellen Situation zur Verfügung.

DANKE AN ALLE APOTHEKEN

Auch das muss gesagt werden: Ein großes DANKESCHÖN an alle Apotheken, die in dieser Ausnahmesituation die Arzneimittelversorgung aufrechterhalten und mit ihrer Beratung dazu beitragen, dass Menschen gut informiert sind und Ärzte entlastet werden! Ohne Sie wäre es nicht möglich, diese Krise zu meistern.

Bundesweite Lockerung der Abgaberegeln

BMG: Weitreichende Austauschmöglichkeiten seit 22.04.2020 in Kraft

Die SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung ist seit dem 22.04.2020 in Kraft. Mit der Verordnung nutzt das Bundesministerium für Gesundheit die jüngst durch das Bevölkerungsschutzgesetz erhaltene Befugnis, während der Covid-19-Pandemie zentral in die Arzneimittelversorgung einzugreifen. Apotheken erhalten weitreichende Austauschbefugnisse, wenn das abzugebende Arzneimittel bzw. ein aut-idem-austauschbares Arzneimittel nicht vorrätig oder nicht lieferbar ist. Zudem sollen Retaxationen untersagt werden, wenn die Apotheke von den Ausnahmeregeln Gebrauch macht. Weitere Ausnahmen beziehen sich auf das Entlassmanagement, die Arzneimittelpreise, Botendienst und das Betäubungsmittelrecht. Hier erfahren Sie mehr.

Rabattverträge und Abgabe preisgünstiger Arzneimittel

GKV-Spitzenverband und Deutscher Apothekerverband haben Ende März eine bundesweit gültige Vereinbarung getroffen, die für alle gesetzlichen Krankenkassen gilt: Die Apotheke darf ein vorrätiges Arzneimittel vorrangig abgeben, auch wenn es nicht rabattiert ist oder nicht zu den vier preisgünstigsten Arzneimitteln bzw. preisgünstigen Importarzneimitteln gehört. Die Aut-idem-Kriterien müssen dabei weiter eingehalten werden. Begründet wird die Abweichung von den Abgaberegeln mit dem Sonderkennzeichen für Akutversorgung (Sonder-PZN 02567024 + Faktor 5 oder 6 + Vermerk „Covid” oder „Corona” + Unterschrift). Das genaue Vorgehen bei Akutversorgung ist in der Arbeitshilfe „Akutversorgung während der Covid-19-Pandemie” beschrieben.

Packungsgrößenauswahl

Um Patientenkontakte zu minimieren, können außerdem (wenn notwendig) die Regelungen nach § 17 Rahmenvertrag angewandt werden. Dort ist die Auswahl von Packungsgrößen im dringenden Fall geregelt, wenn ein Arzt nicht erreichbar ist. Eine Übersicht der Regelungen in § 17 zeigt die Arbeitshilfe „Packungsgrößenauswahl im Akutfall/Notdienst”.

Die Regelungen zu Rabattverträgen und Packungsgrößenauswahl sind zunächst befristet bis zum 30. April 2020. Hier finden Sie die Vereinbarung zum Rahmenvertrag nach § 129 Absatz 2 SGB V aufgrund des Pandemiefalls COVID-19 (PDF). Bitte informieren Sie sich zu weiteren bundeslandspezifischen Regelungen bei Ihrem Landesapothekerverband.

Entlassmanagement

Die folgenden Regelungen gelten bis zum 31. Mai 2020 für Entlassrezepte (laut Arzneimittel-Richtlinie):

  • Entlassrezepte dürfen innerhalb von 6 Werktagen (anstelle 3 Werktagen) beliefert werden.
  • Der Klinikarzt darf je nach Versorgungsbedarf eine Packung bis zum größten Normkennzeichen (N3) verordnen.
  • Sonstige in die Arzneimittelversorgung einbezogene Produkte (Medizinprodukte, Verbandmittel, Harn- und Blutteststreifen, bilanzierte Diäten zur enteralen Ernährung) dürfen für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen verordnet werden. Vorher war der Zeitraum auf 7 Tage begrenzt.
  • Hilfsmittel dürfen ebenfalls für eine Dauer von bis zu 14 Tagen verordnet werden.

Bitte beachten: Die Regelungen zum Entlassmanagment gelten rückwirkend zum 27. März 2020. Die Änderungen an der Arzneimittel-Richtlinie sind am 08.04.2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Gleichzeitig sollen mit der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung die Vorgaben zum Entlassmanagement im SGB V entsprechend angepasst werden (Status: Referentenentwurf).

    Angaben ohne Gewähr, Stand: 22.04.2020