DAP Lexikon

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Cannabis

Cannabis sativa, L. (Hanf), Cannabaceae

Im März 2017 hat der Bundestag das „Cannabisgesetz“ verabschiedet. Damit können schwerkranke Patienten Cannabisblüten bzw. -extrakte, Dronabinol und Nabilon als Kassenleistung erhalten.

Cannabis auf Rezept, Genehmigung

Bei der ersten Verordnung für einen Versicherten muss der Einsatz von Cannabisblüten bzw. -extrakten, Dronabinol oder Nabilon von der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse vor Beginn der Leistung genehmigt werden. Diese Genehmigung darf von den Kassen nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird mit einer nichtinterventionellen Begleiterhebung zum Einsatz von Cannabisblüten bzw. -extrakten, Dronabinol und Nabilon beauftragt, die über einen Zeitraum von 60 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes läuft. Die hierfür erforderlichen Daten werden von den Ärzten in anonymisierter Form übermittelt. Der Versicherte muss über diese Datenerhebung informiert werden.

Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Begleiterhebung regelt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Nähere zur Leistungsgewährung in den Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 SGB V (Arzneimittel-Richtlinie und Anlagen). Der Studienbericht wird vom BfArM auf seiner Internetseite veröffentlicht.
 

Cannabis, Abrechnung von Cannabis-Rezepturen und -Fertigarzneimitteln

Es gibt spezielle Sonderkennzeichen für Cannabis- und Cannabinoid-haltige Zubereitungen und Fertigarzneimittel:

  • 06460665 für die Abrechnung von Cannabisblüten in Zubereitungen
  • 06460694 für die Abrechnung von unverarbeiteten Cannabisblüten
  • 06460748 für die Abrechnung von Cannabinoid-haltigen Stoffen oder Fertigarzneimitteln in Zubereitungen
  • 06460754 für die Abrechnung von Cannabinoid-haltigen Stoffen in unverändertem Zustand
  • 06460671 für die Abrechnung von Cannabinoid-haltigen Fertigarzneimitteln ohne PZN (Einzelimporte nach § 73 AMG)

Die Preisberechnung erfolgt bei Rezepturen und Abfüllungen nach AMPreisV, wie es auch bei allen anderen Rezepturen und Abfüllungen der Fall ist.

Cannabis-Höchstmengen

Für einen Patienten darf der Arzt innerhalb von 30 Tagen bis zu zwei der in § 2 Abs. 1a BtMVV genannten Betäubungsmittel unter Einhaltung der festgesetzten Höchstmengen (oder eines der weiteren in Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes bezeichneten Betäubungsmittel außer Alfentanil, Cocain, Etorphin, Remifentanil und Sufentanil) verschreiben. Für Cannabis in Form von getrockneten Blüten beträgt die Höchstmenge 100.000 mg, für Cannabisextrakt (bezogen auf den ∆9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt) liegt die Höchstmenge bei 1.000 mg. Bei Überschreitung der Höchstmenge muss das BtM-Rezept mit dem Buchstaben „A“ gekennzeichnet werden.