2. Therapieoptionen

Da unkomplizierte Atemwegsinfektionen in der Mehrzahl der Fälle viral bedingt sind, ist eine Therapie mit Antibiotika in der Regel nicht indiziert. Dennoch entfallen laut einer aktuellen Statistik etwa ein Viertel der Antibiotikaverordnungen auf die Therapie von akuten, oberen Atemwegsinfektionen und 13 Prozent auf die akuten Infekte der unteren Atemwege. [16]

Der uneingeschränkte Einsatz von Antibiotika ist vor allem aufgrund des Risikos von Resistenzentwicklungen kritisch zu sehen. Folgende Faktoren können im humanmedizinischen Bereich zur Entstehung von Resistenzen beitragen:

  • übermäßiger Gebrauch, vor allem zur Behandlung kleinerer oder nicht bakterieller Infektionen
  • unsachgemäßer Gebrauch infolge einer Fehldiagnose oder mangels Informationen zu geeigneten Behandlungsalternativen
  • unzureichende Anwendung aufgrund fehlenden Zugangs zu Antibiotika
  • unzureichende Einhaltung der vorgeschriebenen Behandlung [17]

Da Antibiotikaresistenzen ein dringliches Thema sind – nicht zuletzt, da Antibiotika zu den unverzichtbaren Medikamenten gehören – wurde in Deutschland eine nationale Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) verabschiedet. Hierzu gehören die genaue Beobachtung von Antibiotikaresistenzen und die Erhebung von Daten zum Antibiotikaeinsatz.

Im Vergleich zu anderen EU/EWR-Ländern ist die Antibiotikaverbrauchsdichte in Deutschland im ambulanten Sektor zwar relativ gering (14,9 DDD pro 1.000 Einwohner im Gegensatz zu einem EU/EWR-Durchschnitt von 21,5 DDD pro 1.000 Einwohner), jedoch werden in Deutschland häufiger Reserve- bzw. Breitspektrum-Antibiotika verordnet – besonders die Verbrauchsdichte von Cephalosporinen ist gestiegen. [17] [18]