1.2 Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) sind beidseitig angelegt und, wie die Nase, mit respiratorischer Schleimhaut ausgekleidet. Über Öffnungen (Ostien) im mittleren und oberen Nasengang sind sie mit den beiden Nasenhöhlen verbunden. Diese dienen der Ventilation und Drainage der Nebenhöhlen.

Die Form der Nasennebenhöhlen ist individuell und kann bei jedem Menschen anders ausgeprägt sein. Die Kieferhöhlen (Sinus maxillares) sind die größten Nasennebenhöhlen. Sie grenzen unter anderem an die Augenhöhle und an den harten Gaumen, wodurch sie topografisch nah an den Wurzeln der Backen- und Mahlzähne sind. Die Ostien der Ausführungsgänge liegen im Falle der Kiefernhöhlen anatomisch ungünstig für eine Spontanentleerung, da sie im oberen Bereich der Nasenhöhlen lokalisiert sind. Die Drainageöffnung liegt damit nicht am tiefsten Punkt der Höhle, wie für einen ungehinderten Sekretabfluss bei aufrechter Körperhaltung optimal, sondern weit oben (wie ein „Überlaufventil“). Deshalb sind bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen häufig die Kiefernhöhlen betroffen.

Zu den Nasennebenhöhlen gehören

  • die Stirnbeinhöhle (Sinus frontalis),
  • die Kiefernhöhlen (Sinus maxillares),
  • die Siebbeinhöhlen (Sinus ethmoidales) mit den Siebbeinzellen und
  • die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales).

Die engen topografischen Beziehungen der Nasennebenhöhlen untereinander und zum Schädelinneren bedingen, dass sich Infektionen – mit dem Risiko einer Hirnbeteiligung – leicht ausbreiten können.

Zu den Funktionen der Nasennebenhöhlen gehören die Vorwärmung, Befeuchtung und Reinigung der Luft. Darüber hinaus wird spekuliert, dass sie dazu dienen, unseren schweren Schädelknochen leichter zu machen und dass sie an der Klangbildung der Stimme beteiligt sind. [1]–[3]