1.1 Nase

Die Nase ist sowohl Sinnesorgan (Riechen) als auch ein Atmungsorgan. Darüber hinaus erfüllt sie eine Schutzfunktion (Nasenschleimhaut), ist Reflexorgan (Niesen, Tränen) und an der Klangbildung der Stimme beteiligt. Die beiden Nasenhöhlen (Cavitates nasi) werden unterteilt durch die Nasenscheidewand (Nasenseptum, Septum nasi), die teils aus Knochen und teils aus Knorpel besteht. Die Oberfläche innerhalb der Nase wird durch je eine obere, mittlere und untere Nasenmuschel vergrößert. Die Nasenmuscheln (Conchae nasales) bilden die Begrenzung für die Nasengänge und sind mit einer Schleimhaut überzogen. Die Öffnungen nach außen sind die Nasenlöcher, die Öffnungen zum Rachen (innere Nasenlöcher) werden Choanen genannt.

Ein Kranz kurzer Haare in den Nasenlöchern schützt davor, dass Fremdkörper in die Atemwege gelangen.

Die Nasenschleimhaut besteht aus zwei Schleimhauttypen: der respiratorischen Schleimhaut (Regio respiratoria) und der Riechschleimhaut (Regio olfactoria). Durch erstere wird die Atemluft vorgewärmt, gereinigt und befeuchtet. Das feine Venengeflecht unter der Nasenschleimhaut begünstigt die Erwärmung der Luft. Die kavernösen Räume in der Schleimhaut der Nasenmuscheln, am Nasenseptum und an den Ostien der Nasennebenhöhlen regulieren die Schleimhautdicke durch ihre vegetativ gesteuerte, stark variable Füllung mit venösem Blut. Die Füllung der Venen führt zum Anschwellen der Nasenschleimhaut. Ist der Luftweg durch das Anschwellen der Nasenschleimhäute verschlossen, setzt die Mundatmung ein. [1]–[3]