P = Patient/in; A = Apothekenmitarbeiter/in

2. Erwachsene Kundin mit akuten rezidivierenden Harnwegsinfekten

P: Guten Tag, ich hätte gerne etwas zur Vorbeugung von Blasenentzündungen.
A: Guten Tag, wie häufig haben Sie denn Blasenentzündungen und welche Beschwerden haben Sie?
P: Ich habe immer wieder mit Blasenentzündungen zu kämpfen, mehrmals im Jahr, manchmal sogar jeden Monat. Ich bin auch schon in ärztlicher Behandlung, möchte aber erst einmal nicht dauerhaft ein Antibiotikum einnehmen. Deshalb möchte ich mich nach pflanzlichen oder anderen Alternativen bei Ihnen erkundigen.
A: Wissen Sie was die Blasenentzündungen auslöst? Es kann z. B. einen Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr oder Intimhygiene geben.
P: Genau, ersteres ist bei mir das Problem.
A: Um einer Blasenentzündung nach dem Geschlechtsverkehr vorzubeugen, sollten Sie direkt danach Wasserlassen. Außerdem empfiehlt es sich, immer ausreichend viel zu trinken, am besten mindestens zwei Liter Wasser pro Tag. So werden die Bakterien ggf. ausgespült, bevor sie eine Infektion verursachen. Auf chemische Verhütungsmittel, z. B. Zäpfchen, Gels oder Salben oder Diaphragmen sollten Sie verzichten.
P: Danke für die Hinweise. Gibt es auch Arzneimittel, die mir zusätzlich helfen können, nicht erneut eine Blasenentzündung einzufangen, die ich ohne Rezept bekomme?
A: Ja, ich zeige Ihnen zwei Optionen: Zum einen besteht die Möglichkeit, z. B. mit L-Methionin den pH-Wert des Urins so zu beeinflussen, dass Bakterien sich im Milieu des Urins nicht mehr wohl fühlen. Die Bakterien, die Harnwegsinfekte üblicherweise verursachen, wachsen bevorzugt in einem neutralen Milieu, das genannte Arzneimittel führt zu einem eher sauren pH-Wert des Urins. Den pH-Wert Ihres Urins können Sie auch mit speziellen Teststreifen überprüfen. Eine weitere Option ist ein pflanzliches Arzneimittel, das Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut enthält. Die beiden Pflanzen enthalten Senföle, die antimikrobiell wirken. Für Blasenentzündungen ist in den meisten Fällen das Darmbakterium Escherichia coli verantwortlich, gegen das die Pflanzenkombination nachweislich wirksam ist.
P: Ich würde gerne das pflanzliche Arzneimittel ausprobieren, das Sie genannt haben.
A: Gerne, von diesem Arzneimittel nehmen Sie zweimal täglich zwei Tabletten ein. Die Anwendungshäufigkeit und -dauer ist nicht begrenzt. Als Nebenwirkungen können bei empfindlichen Patienten Magen-Darm-Beschwerden auftreten, bei der niedrigen Dosierung ist dies aber nicht zu erwarten.
P: Danke und auf Wiedersehen!