Bei der Behandlung von Harnwegsinfekten hat sich der Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln, die antibiotisch wirksame Senföle (Isothiocyanate - ITCs) enthalten, bewährt. Diese können zur Akuttherapie bei unkomplizierten Atem- und Harnwegsinfekten, begleitend zu einer Antibiotikatherapie oder bei akuten rezidivierenden Atem- und Harnwegsinfekten eingenommen werden. Den Studien zufolge haben diese eine entzündungshemmende Wirkung und wirken nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilze. [8] [9] [10] [11]

Ein weiterer Vorteil gegenüber Antibiotika ist, dass die Senföle aufgrund ihrer Resorption im oberen Darmtrakt nicht die physiologische Darmflora angreifen. Deshalb haben Senföle im Gegensatz zu Antibiotika keine durch die Beeinträchtigung der Darmbakterien verursachten Nebenwirkungen. [8] Neben dem breiten antibakteriellen Wirkspektrum sowie gleichzeitiger antiphlogistischer Effekte bewirken die Pflanzenstoffe auch eine Inhibierung des bakteriellen Kommunikationssystems Quorum sensing (QS).

So kann durch ITCs aus Kapuzinerkresse und Meerrettich die Biofilmbildung deutlich gehemmt werden, mit denen sich manche Erreger vor Antibiotika schützen. Aufgrund der unterschiedlichen Angriffspunkte bei den Bakterien und den daraus resultierenden multimodalen Wirkmechanismen sind keine Resistenzentwicklungen gegen die Isothiocyanate zu erwarten. [8] [11]