Jede zweite Frau erkrankt mindestens einmal in ihrem Leben an einer Harnwegsinfektion. Häufig suchen die Betroffenen zunächst Rat in der Apotheke. Deshalb ist es wichtig, dass Apotheker/innen und PTA fundierte Empfehlungen geben können und darüber hinaus erkennen, in welchen Fällen ein Arztbesuch Vorrang hat.

In aktuellen Leitlinien wird empfohlen, auch bei unkomplizierten Harnwegsinfekten sofort eine Antibiotikatherapie einzuleiten. Gerade bei Escherichia-coli-Bakterien, die die überwiegende Zahl der Infekte verursachen, verschärft sich jedoch die Resistenzlage zunehmend. Und auch die Nebenwirkungen einer Antibiotikatherapie können belastend sein.

Bei leichteren unkomplizierten Harnwegsinfekten und im Rahmen der Rezidivprophylaxe können auch pflanzliche Antiinfektiva eingesetzt werden. Die in Kreuzblütlern wie Meerrettich und Kapuzinerkresse enthaltenen Senföle wirken beispielsweise nachweislich antimikrobiell, jedoch ohne die natürliche Darmflora zu beeinträchtigen.

Teil 1: Anatomische Grundlagen und Ätiologie

Um das Krankheitsbild „Harnwegsinfektion“ mit seinen Ursachen und Symptomen zu verstehen, ist es wichtig, die anatomischen Gegebenheiten der Niere und der ableitenden Harnwege zu kennen.