Die Ursachen einer Rosacea sind nach wie vor unklar. Es wird vermutet, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt, die Rosacea also von mehreren Faktoren abhängt bzw. beeinflusst wird. Zum einen wird eine erbliche Prädisposition diskutiert und zum anderen scheinen verschiedene endogene und exogene Reize die Krankheit begünstigen bzw. verschlimmern zu können.

Zu diesen sogenannten Triggerfaktoren gehören beispielsweise:

Endogene Triggerfaktoren
  • Heißer Kaffee und Tee
  • Alkohol
  • Scharfe Gewürze
  • Stress bzw. psychische Belastungen
  • Hormonelle Faktoren (Menstruation, Schwangerschaft)
  • Hoher Blutdruck
  • Infektionen
  • Störungen des Verdauungssystems
  • Störungen des Immunsystems
  • Veränderungen der Gefäß- und Lymphgefäßregulation
Exogene Triggerfaktoren
  • Hitze bzw. starke Temperaturwechsel (heiße Bäder, Sauna, UV-Strahlung)
  • Irritierende chemische Stoffe (Seife, aggressive Reinigungsprodukte, Kosmetika)
  • Corticoidtherapie

Da sich jede Rosaceaerkrankung mit einem Flush im Gesicht manifestiert und das sogenannte Angularvenensystem des Gesichts mit dem Kühlkreislauf des Hirns verbunden ist, wird eine Regulationsstörung thermoreaktiver Mechanismen mit der Entstehung und Entwicklung der Rosacea in Verbindung gebracht.

Diskutiert wird auch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Bei Rosaceapatienten konnte eine überhöhte Produktion des Peptides Cathelicidin nachgewiesen werden, welches u. a. für die Initiierung von Entzündungsprozessen in der Haut verantwortlich ist sowie für die Aktivierung des Blutgefäßwachstums.

Auch konnten lokale Entzündungsherde auf spezielle Mikroorganismen, wie zum Beispiel Demodex-Milben, positiv getestet werden. Diese werden vermehrt auf der Haut von Rosacea-Patienten beobachtet. Zudem konnten bei Rosaceapatienten spezifische IgG-Antikörper gegen Demodex-Milben nachgewiesen werden.

Ätiopathogenese der Rosacea im Überblick