Es gibt zahlreiche klinische Sonderformen der Rosacea, wie die Rosacea conglobata, fulminans, granulomatosa, sowie die Ophthalmo- und die Steroidrosacea. Diese Sonderformen sind teilweise schwer von anderen Erkrankungen zu unterscheiden, weswegen es oft zu differentialdiagnostischen Schwierigkeiten kommt.

Zunehmend werden auch Fälle bekannt, die durch eine Chemotherapie mit sogenannten epidermalen Wachstumsfaktoren induziert wurden. Zu diesen Wachstumsfaktoren gehören zum Beispiel die Wirkstoffe Cetuximab, Geftinib und Erlontinib.

Rosacea conglobata: Nur wenige Rosacea-Patienten entwickeln diese Form, allerdings sind Frauen öfter betroffen als Männer. Es kommt dabei zu großen entzündlichen Knoten und Plaques mit Infiltration und sogenannten Indurationen (Gewebsverhärtungen), die im Gegensatz zu einer Acne conglobata nur im Gesicht auftreten.

Rosacea fulminans: Früher auch als Pyoderma faciale bezeichnet ist sie die schwerste Form der Rosacea. Sie tritt akut innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen fast ausschließlich bei jungen Frauen im Gesicht auf, gehäuft auch in und nach einer Schwangerschaft und typischerweise im Anschluss an eine starke seborrhoische Phase. Bei der Rosacea fulminans entwickeln sich große, elevierte und konglobierende Knoten und Pusteln. In seltenen Fällen wurden Fieber und Gewichtsverlust beobachtet. Rezidive wurden nach erfolgreicher Behandlung noch nicht beobachtet.

Rosacea granulomatosa: Die Rosacea granulomatosa, früher auch Lupus miliaris disseminatus faciei genannt, ist eine nur schwer zu behandelnde Form der Erkrankung. Sie ist durch braunrötliche Papeln und Knötchen auf einer diffus geröteten Haut gekennzeichnet. Keime konnten als Auslöser nicht nachgewiesen werden.

Morbus Morbihan: Bei einer Beteiligung der Lymphgefäße kann es zu großen Ödemen und Indurationen im Gesicht kommen. Dabei sind vor allem die Stirn, Nase und Wangen betroffen. Diese Form befällt meist nur männliche Patienten und kommt gehäuft in der Region Morbihan (daher der Name) in der Bretagne vor.

Ophthalmorosacea: Ca. 25 % der Betroffenen entwickeln zusätzlich zu einer kutanen Rosacea eine Augenbeteiligung. Diese wird häufig auch bei Kindern diagnostiziert. Die Symptome am Auge sind meist unspezifisch (trockene, brennende, tränende Augen, Fremdkörpergefühl) und werden häufig begleitet von einer Lidrandentzündung (Blepharitis) und/oder Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die okulare Rosacea kann, muss aber nicht, gleichzeitig mit einer kutanen Manifestation auftreten. Aus diesem Grund wird eine Ophthalmorosacea häufig nicht erkannt.

Steroidrosacea: Im Grunde stellt sie eine Mischform dar aus den Symptomen einer Rosacea papulopustulosa und den Nebenwirkungen einer Corticoidbehandlung, wie Atrophie und Teleangiektasien. Induziert durch eine längere Steroidtherapie (systemisch oder topisch), kann nur durch konsequenten Steroidentzug eine signifikante Besserung erzeugt werden. Meist wird diese Rosaceaform von einer massiven Demodex-Milben-Besiedlung begleitet.

Rosacea im Kindesalter: Vom Erscheinungsbild her unterscheidet sich die Rosacea bei Kindern nicht wesentlich von der eines Erwachsenen. So treten auch bei Kindern teleangiektatische, papulopustulöse und okuläre Rosaceaformen auf. Eine Talgdrüsenhyperplasie (Phyme) wurde allerdings bei Patienten im Kindesalter noch nicht beobachtet.