Die Rosacea verläuft individuell sehr unterschiedlich, grundsätzlich wird sie aber in ein Vorstadium sowie drei Subtypen unterteilt. Dazu kommen noch zahlreiche klinische Sonderformen, die häufig differentialdiagnostische Probleme bereiten und speziell therapiert werden müssen.

Vorstadium

Zu Beginn tauchen nur flüchtige Hautrötungen (Erytheme), sogenannte Flushs, im Gesicht zentrofazial, also auf Wangen und T-Zone – Stirn, Nase, Kinn – auf. Diese Flushing- oder auch Blushing- Symptome kommen auch bei den Subtypen I bis III der Rosacea in unterschiedlichen Häufigkeiten immer wieder vor und werden von den Betroffenen als besonders unangenehm empfunden, da sie plötzlich und meist in unpassenden Situationen auftreten. Die Haut ist in diesem Zustand sehr empfindlich und reizbar.

Subtyp I: Rosacea erythematosa-teleangiectatica

Wenn Erytheme im Laufe der Zeit immer länger persistieren und schließlich zu einer mehr oder weniger dauerhaften Rötung führen, spricht man vom Subtyp I. Die Rötungen bleiben in der Regel mindestens drei Monate, wobei der Bereich um die Augen (Periorbitalregion) stets ausgespart bleibt. Die Irritabilität der betroffenen Hautareale nimmt in dieser Phase nochmals zu und die Stellen können dabei zusätzlich jucken, brennen, stechen oder auch schuppen. Außerdem kommt es vor allem im Wagenbereich gehäuft zur Bildung irreversibler Kapillargefäßerweiterungen (Teleangiektasien), die als feine rote „Verästelungen“ dauerhaft sichtbar bleiben.

Subtyp II: Rosacea papulopustulosa

Der Subtyp II wird durch das zusätzliche Auftreten von Papeln und Pusteln (mit Eiter gefüllte Papel) gekennzeichnet, die über Wochen bestehen bleiben können. Dabei können neben der Gesichtspartie auch der Hals, das Dekolleté, die Brust, der Rücken und/oder die Kopfhaut betroffen sein (extrafaziale Rosacea). Neben den typischen Effloreszenzen tritt meist auch eine mehr oder weniger starke Seborrhoe auf, die kurz vor oder während der Effloreszenzen auftritt. Die Rosacea-Papeln können den Akne-Pusteln sehr ähnlich sein, weshalb eine Verwechslungsgefahr besteht. Allerdings sind Rosacea-Erkrankte in der Regel viel älter (Postadoleszenz) und es fehlen die sonst aknetypischen Komedonen (Mitesser).

Merke: Bei der Rosacea fehlen die Komedonen (Abgrenzung zur Akne).

Subtyp III: Rosacea hyperplastica

Große entzündliche Plaques sowie Lymphödeme und Phyme, also Hyperplasien der Talgdrüsen und des Bindegewebes (z. B. der Nase, sogenanntes Rhinophym, oder des Auges, sogenanntes Blepharophym), sind für die dritte Form der Rosacea (Subtyp III) typisch und können als eigenständige Symptome auftreten oder auch in Kombination. Bei solch schweren Formen kann es regelrecht zu Entstellungen kommen, die spätestens dann häufig psychische Folgen nach sich ziehen. Meistens sind Männer betroffen.

Phasen der Rosacea im Überblick

Vorstadium Flüchtige Erytheme (Flushs)
Subtyp I Rosacea erythematosa-teleangiectatica, persistierende Erytheme, Teleangiektasien
Subtyp II Rosacea papulopustulosa, ggf. Seborrhoe, Papeln, Pusteln
Subtyp III Rosacea hyperplastica, große entzündliche Plaques, Knoten, Lymphödeme, Phyme