Zertifizierte Fortbildung Latente Azidose

Eine chronische Azidose ist nicht so leicht und eindeutig in der Apotheke zu erkennen. Es gibt aber bestimmte Symptome, die einen ersten Hinweis darauf geben können, möglicherweise Azidose vorliegt. Besteht ein entsprechender Verdacht, lässt sich dieser im Verlauf des Beratungsgesprächs durch gezielte Fragen nach den möglichen Symptomursachen oftmals be- oder entkräftigen. Auf diese Weise lässt sich die Lebens- und Ernährungsweise des Kunden in Erfahrung bringen und eine mögliche Azidose bzw. ein Azidose-Risiko erkennen. Kunden, die eine Diät machen oder sich erschöpft und müde fühlen und dabei wenig Obst und Gemüse essen, könnten beispielsweise betroffen sein. Solchen Kunden können bestehende Zusammenhänge erklärt und ihnen erläutert werden, ob und warum eine Basensupplementierung in ihrem Fall sinnvoll sein kann.

Eine Reihe von Anzeichen werden in der Erfahrungsheilkunde mit einer Übersäuerung in Verbindung gebracht:

Bei den Symptomen unterscheidet man zwischen allgemeinen Befindlichkeitsstörungen und konkreten Beschwerden. Da eine chronische Azidose den Energiestoffwechsel negativ beeinflusst, können allgemeine Befindlichkeitsstörungen wie Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und vor allem Müdigkeit auftreten. Häufig reagieren Betroffene auch empfindlicher auf Stress, sind unruhig und können schlecht ein- bzw. durchschlafen.

Typische Störungen des Allgemeinbefindens bei vorliegender Azidose:

  • Chronische Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verringerte Leistungsfähigkeit
  • Stressempfindlichkeit
  • Nervosität und Stimmungsschwankungen
  • Ein- und/oder Durchschlafstörungen
  • Verminderte Immunabwehr

Zusätzlich können als Folge einer chronischen Übersäuerung und der damit einhergehenden Kompensationsmechanismen des Körpers auch konkrete Beschwerden auftreten. Zum Beispiel können Säureeinlagerungen im Bindegewebe Schmerzen der Muskeln und Gelenke sowie des Rückens verursachen oder zu Hautproblemen und Veränderungen an Haaren und Nägeln führen.

Beschwerden, die naturheilkundlich betrachtet auf eine chronische Azidose hindeuten:

  • Verspannungen
  • Rücken-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen
  • Hautprobleme (Akne, Neurodermitis), Veränderungen der Haare und Nägel sowie Bindegewebsschwäche und -veränderungen (Cellulite)

Bestimmte Erkrankungen können ebenfalls eine Azidose begünstigen bzw. lassen eine Übersäuerung vermuten. Solche Patienten könnten daher von einer Basensupplementierung profitieren. Oft lassen sich Betroffene anhand ihrer ärztlichen Verordnungen oder Medikamentenwünsche erkennen.

Erkrankungen, die chronische Azidose begünstigen können:

  • Rheumatoide Arthritis (Rezepte über Analgetika und Antiphlogistika)
  • Osteoporose (Rezepte über Calcium-/Vitamin-D-Präparate)
  • Gicht (Rezepte über Urikostatika)
  • Diabetes mellitus (Rezepte über Antidiabetika, Insuline, spezielle Hautpflege)

Das Vorkommen eines der oben genannten Symptome alleine reicht aber noch nicht aus, um auf eine chronische Azidose zu schließen. Das Apothekenteam sollte daher durch gezielte Fragen über die Lebens- und Ernährungsweise des Kunden mögliche Symptomursachen herausfinden, die den Verdacht auf eine CLA dann schließlich be- oder entkräftigen.

Zusatzfragen, die helfen können, eine mögliche Azidose zu erkennen:

  • Machen Sie eine Diät zur Gewichtsreduktion oder fasten Sie regelmäßig?
  • Wie sieht Ihr Ernährungsplan aus? Wie ernähren Sie sich für gewöhnlich bzw. wie häufig und in welchem Maße essen Sie welche Lebensmittel?
  • Trinken Sie viel? Was trinken Sie: Mineralwasser und Säfte oder eher Limonaden und Cola?
  • Treiben Sie viel Sport?
  • Fühlen Sie sich häufig gereizt und gestresst?
  • Fühlen Sie sich schlapp und kraftlos?
  • Schlafen Sie gut?
  • Wie gut können Sie sich konzentrieren?
  • Haben Sie bestimmte Schmerzen, etwa Rücken-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen?
  • Leiden Sie an einer bestimmten Erkrankung (Diabetes, Niereninsuffizienz)?
  • Wie alt sind Sie?