Zertifizierte Fortbildung Latente Azidose

1.2.1 Der pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren bzw. basischen Charakter einer wässrigen Lösung. Er ist maßgeblich von der darin enthaltenen Protonen-Konzentration (H+-Ionen) abhängig. Je mehr Protonen in einer wässrigen Lösung enthalten sind, desto saurer ist diese und desto niedriger ist der pH-Wert. Umgekehrt gilt: Je weniger H+-Ionen eine Lösung enthält, desto basischer bzw. alkalischer ist sie und desto höher ist ihr pH-Wert. Die pH-Skala (Sörensen-Skala) reicht insgesamt von 0 bis 14, wobei ein pH-Wert von 7,0 als „neutral“ gilt.

Im menschlichen Körper findet man je nach Organ oder Stoffwechselphase einen spezifischen pH-Wert, bei dem die Funktionen optimal ablaufen. So beträgt der pH-Wert im Magen 1 bis 4 (je nach Füllungszustand), für das Sekret der Bauchspeicheldrüse und im Darm ist ein basischer Wert von etwa 8 normal und der Speichel ist mit einem pH-Wert von ca. 7 nahezu neutral.

Der Blut-pH-Wert hat eine besondere Bedeutung für den Organismus und liegt optimalerweise zwischen 7,35 und 7,45. Weichen die Werte zu sehr von diesem physiologischem Wert ab, kommt es zu Stoffwechselstörungen, Veränderungen der Membrandurchlässigkeit oder der Elektrolytverteilung. Werte unter 7,0 oder über 7,8 sind in der Regel sogar letal.

Abb.: pH-Wert-Skala [Quelle 8]

Organ/Körperflüssigkeit pH-Wert
Blut 7,35–7,45
Speichel 6,5–7,0
Magensaft 1,2–3,0
Bauchspeicheldrüsensekret 7,4–8,5
Gallenflüssigkeit 6,2–8,5
Darmdrüsensekret 6,5–8,0
Fruchtwasser 8,0
Abb.: Beispiele für physiologische pH-Werte im Körper [Quelle DAP, in Anlehnung an Quelle 10]