2.2 Ermittlung von Provokationsfaktoren

Die allergologische Haut- und Labordiagnostik der atopischen Dermatitis muss im Rahmen der Diagnosestellung nicht essentiell durchgeführt werden, jedoch geben diese Verfahren Aufschluss über vermeidbare Triggerfaktoren und erhärten somit den Befund. Neben Allergenen in der Luft, wie beispielsweise Pollen, können auch Nahrungsmittelallergene bei einer Untergruppe der Patienten für die Verschlechterung der Neurodermitis verantwortlich sein. Daher wird empfohlen, im Rahmen der Diagnosestellung die Abklärung des Gesamt-IgE und spezifischer RAST-Antikörper durchzuführen.

Darüber hinaus kann eine sogenannte Typ-I-Allergie mit dem Pricktest und eine Typ-IV-Allergie mit dem Epikutantest nachgewiesen werden.

2.2.1 Pricktest

Ein Pricktest ist im Rahmen der Diagnose von Allergien immer dann sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine Allergie vom Typ I (dem sogenannten „Soforttyp“) besteht und der Arzt durch den Allergietest eine entsprechende Sensibilisierung nachweisen oder ausschließen möchte. Bei diesen Allergien machen sich die entsprechenden Symptome innerhalb von einigen Sekunden oder Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen bemerkbar. Beispiele dafür sind Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien.

Da der überwiegende Teil aller Allergien dem Soforttyp zuzurechnen ist (rund 90 %), ist der Pricktest auch das in der Praxis am häufigsten angewandte allergologische Testverfahren.

Im Rahmen des Tests werden Tropfen von verschiedenen allergenhaltigen Lösungen auf die Haut des Patienten aufgebracht. Dies geschieht im Normalfall auf der Innenseite des Unterarms, der Test kann aber auch an anderen geeigneten Stellen durchgeführt werden. Nach 15 bis 20 Minuten erfolgt die Auswertung: Ein positives Ergebnis liegt vor, wenn sich eine Rötung und/oder Quaddel auf der Haut gebildet hat. Die Stärke der Reaktion wird ebenfalls begutachtet.

Abb. 7: Auftragen der Allergenlösungen auf dem Unterarm im Rahmen eines Pricktests, Quelle: Adobe Stock

2.2.2 Epikutantest

Beim Epikutan- oder Patch-Test handelt es sich um einen Provokationstest, mit dessen Hilfe festgestellt werden kann, ob eine Kontaktallergie vorliegt. Dieser Test ist gegenwärtig das einzige Mittel, um sogenannte Spätallergien (Typ-IV-Allergie) zu erkennen. Dazu werden die auszutestenden Allergene (z. B. Nickel) mittels Pflastern, auf denen eine Creme mit den betreffenden Allergenen aufgetragen ist, für ca. 48 Stunden auf die Haut aufgebracht. Nach der Entfernung der Pflaster erfolgt die erste Ablesung. Deren Ergebnisse werden mit einer zweiten Ablesung, die nach weiteren 24 Stunden erfolgt, verglichen, um allergische Reaktionen besser von toxischen unterscheiden zu können. Manchmal muss eine dritte Kontrolle nach weiteren 24 Stunden durchgeführt werden.

Abb. 8: Die Allergene werden mittels Pflaster aufgebracht, Quelle: Adobe Stock