2.10 Innovative Therapie mit Dupilumab14, 15

Mit dem Wirkstoff Dupilumab steht seit Dezember 2017 ein zielgerichteter Ansatz zur systemischen Behandlung der atopischen Dermatitis zur Verfügung, der bei mittelschwerer bis schwerer Ausprägung der Neurodermitis eine nachhaltige Kontrolle ermöglichen kann. Es handelt sich um einen humanen monoklonalen Antikörper, der die Signalwege von IL-4 und IL-13 hemmt. Wie oben beschrieben, sind diese Interleukine verantwortlich dafür, dass die Integrität der Hautbarriere herabgesetzt und Entzündungsreaktionen der Haut in Gang gesetzt werden (s. Kapitel 1.3.1 Gestörte Hautbarriere und Entzündungsreaktionen sowie Abb. 3).

Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Erkrankung zeigte Dupilumab in drei Hauptstudien hinsichtlich der Verringerung des Ausmaßes und der Schwere der atopischen Dermatitis eine größere Wirksamkeit als Placebo. In der 52-wöchigen CHRONOS-Studie, an der 740 Patienten teilnahmen, wurde den Studienteilnehmern Dupilumab oder ein Placebo gegeben, beide in Kombination mit einem topischen Kortikosteroid. In den beiden anderen Studien (SOLO 1 und SOLO 2) mit insgesamt 1.379 Patienten wurde Dupilumab bzw. Placebo alleine verabreicht.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Rötung, Schwellung, Juckreiz), Konjunktivitis (Augenrötung und Jucken der Augen mit klebrigem Eiter), Blepharitis (Entzündung des Augenlids) und Fieberbläschen (oraler Herpes). Hinsichtlich der Sicherheit sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen leicht und kontrollierbar.

Das Medikament steht in der vorgegebenen Dosierung als Fertigspritze zur Verfügung. Nach einer entsprechenden Unterweisung durch den Arzt können sich die meisten Patienten die Spritze selbst verabreichen.

Neben der Therapie mit Dupilumab kann auch eine Therapie mit topischen Kortikosteroiden und Calcineurininhibitoren weitergeführt werden. Die Anwendung von topischen Calcineurininhibitoren sollte aber auf Problemzonen wie Gesicht, Hals, intertriginöse Bereiche und den Genitalbereich beschränkt werden.

Warum ist Dupilumab ein Biologikum?

Bei dem Wirkstoff Dupilumab handelt es sich um einen vollständig humanen monoklonalen Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters (CHO) produziert wird. Da das Arzneimittel mithilfe biotechnologischer Methoden hergestellt wird, handelt es sich um ein Biologikum.