1.6 Typische Symptome

Die Leitsymptome der atopischen Dermatitis sind starker Juckreiz (Pruritus) und sehr trockene Haut. Neben der herabgesetzten Talgproduktion ist auch die Schweißsekretion der Haut verändert. Typischerweise verläuft die Neurodermitis in Schüben. Es gibt also Phasen, in denen akute Hautläsionen überwiegen und der Juckreiz besonders quälend ist. Sie werden abgelöst von Phasen, in denen chronische Veränderungen im Vordergrund stehen oder die Haut sogar frei von Ekzemen ist.

Akute Veränderungen
Rötungen
➔ entstehen als Folge einer Entzündung
Schwellungen (Ödeme)
➔ entstehen als Folge einer Entzündung
Papeln
➔ entstehen als Folge einer Entzündung der Haut
Kratzeffekte
➔ weisen auf den starken Juckreiz hin
Bläschen
➔ können Hinweise auf eine Infektion mit Bakterien oder auch Viren (Herpesviren) sein
Nässende Hautstellen
➔ sind oft das Resultat einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen in Folge einer Entzündung
Eiterbläschen (Pusteln)
➔ weisen auf Infektionen mit Pilzen oder Bakterien hin
Krustenbildung
➔ ist das Resultat einer nässenden Entzündung
Chronische Veränderungen
Schuppung
➔ Ablösung der obersten Hornzellen
Lichenifikation
➔ Vergröberung des Hautreliefs, Flechtenbildung (Lichen = Flechten)
Keratosis pilaris
➔ vermehrte Verhornung der Haarpapillen lässt die Haut wie eine Gänsehaut erscheinen
Cheilitis
➔ trockene Lippen mit Entzündung
Hauttrockenheit
➔ verursacht durch verstärkte Flüssigkeitsabgabe der Haut als Folge der veränderten Zusammensetzung der Lipide in der Haut und der verminderten Talgproduktion
Einrisse (Rhagaden)
➔ treten vor allem an Ohrläppchen, Mundwinkeln und Lippen auf; typische Folge: Lippenleck-Ekzem

Tab. 1: Typische Hautveränderungen7