1.1 Einleitung

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis (AD), atopisches Ekzem) ist die häufigste chronische Hauterkrankung. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) gibt an, dass jedes Jahr zwei Millionen Kinder und 2,5 Millionen Erwachsene an Neurodermitis erkranken – Tendenz steigend. 1960 waren drei bis fünf Prozent aller Kinder an Neurodermitis erkrankt. Zwischen 2014 und 2017 waren laut RKI 14,3 Prozent der Kinder in Deutschland betroffen. Die Lebenszeitprävalenz liegt derzeit ebenfalls bei 14,3 Prozent. Das bedeutet, dass 14,3 Prozent der Menschen irgendwann in ihrem Leben an atopischer Dermatitis erkranken.1

Die typischen Symptome wie quälender Juckreiz und Hautveränderungen (Trockenheit, Ekzeme, Nässen, Brennen, Entzündungen) führen zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität. Da eine Heilung der Erkrankung derzeit noch nicht möglich ist, sind die Betroffenen auf eine mehr oder minder lebenslange Therapie angewiesen.

Apotheken können die Patienten dabei maßgeblich unterstützen, etwa durch die Empfehlung bestimmter Produkte zur Hautpflege oder eine umfassende Beratung zu bestehenden und neuen Therapieoptionen, die Betroffene möglicherweise noch nicht kennen. Diese zertifizierte Fortbildung vermittelt umfassendes Hintergrundwissen zum Krankheitsbild und seinen Ursachen, zu möglichen Therapieoptionen und Beratungswissen für die Apothekenpraxis.

Die Fortbildung ist in drei Teile gegliedert: In Teil 1 werden Krankheitsbild, Ursachen und Symptome sowie die Krankheitslast der Neurodermitis thematisiert. Teil 2 befasst sich mit den Therapieoptionen, wobei ein Schwerpunkt auf der neuen Behandlungsoption mit dem Biologikum Dupilumab liegt. In Teil 3 geht es schließlich um die Beratung von Neurodermitispatienten in der Apotheke.