Patienten mit Diabetes mellitus messen den Blutzucker in der Regel selbst, um den Verlauf ihrer Erkrankung zu kontrollieren. Anders als bei der Blutentnahme beim Arzt, bei der die Glukose aus dem Blutplasma bestimmt wird (s. o.), nutzen die Patienten bei ihrer Messung sogenanntes kapillares Vollblut. Dieses wird in der Regel der Fingerbeere entnommen und auf einen Teststreifen eines elektronischen Messsystems (Blutzuckermesssystem) aufgetragen.

Wichtig:

Bitte beachten Sie, dass sich die Blutzuckerwerte aus Blutplasma und kapillarem Vollblut aufgrund des unterschiedlichen Wassergehaltes unterscheiden. Die Glukosekonzentrationen im Plasma sind durchschnittlich um 11 % höher.

Hinsichtlich der Behandlung des Typ-1-Diabetes sind laut S3-Leitlinie der DDG [2] Kontrollen des Blutzuckers zur Überprüfung der Stoffwechseleinstellung erforderlich. Hierzu gehört neben der HbA1c-Wert-Messung auch die Blutglukose(selbst-)messung.

Typ-1-Diabetiker sollten demnach mindestens viermal täglich (vor dem Essen und vor dem Zubettgehen) eine Blutglukoseselbstmessung durchführen.

Nach den Leitlinien sollten in folgenden Situationen zusätzliche Selbstmessungen täglich durchgeführt werden:

  • vor, evtl. während und nach intensiver körperlicher Bewegung/Sport, um Hypoglykämien zu vermeiden
  • nach einer Hypoglykämie
  • im Krankheitsfall
  • bei geplanter und während einer bestehenden Schwangerschaft
  • vor aktiver Teilnahme am Straßenverkehr und bei längerer Teilnahme auch zwischendurch
  • auf Reisen

Für das tägliche selbstverantwortliche Management ist die Stoffwechselselbstkontrolle also unerlässlich. So kann der Diabetespatient die erforderliche Insulindosis vor dem Essen (präprandial [lat.: prandium = Mahlzeit]) ermitteln, seine Insulindosis anpassen, Hypo- und Hyperglykämien vermeiden sowie besondere Situationen wie Krankheit, Sport, Reisen etc. bewältigen. Studienergebnissen zufolge wird jedoch etwa die Hälfte der Typ-2-Diabetiker nicht aktiv, wenn die Blutzuckerwerte vom Zielwert abweichen [3].

Auch beim Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie kann eine regelmäßige, vom Patienten durchgeführte Überprüfung des Blutzuckerspiegels sinnvoll sein. So gibt es Hinweise, dass eine regelmäßige Blutzuckerselbstmessung den Lebensstil verbessert und dadurch zum Therapieerfolg beiträgt. Erfolge mit kleinen Änderungen der Gewohnheiten, wie beispielsweise durch sportliche Aktivität, können mit Blutzuckerselbstmessungen beobachtet werden und als Motivation für eine weitere Verbesserung der Lebensweise dienen [4].