Diabetes mellitus Typ 1

In den Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft [2] wird erläutert, dass es beim Diabetes mellitus Typ 1 (Typ-1-Diabetes) zu einer Zerstörung der Beta-Zellen des Pankreas (s. o.) kommt, die zu einem absoluten Insulinmangel führt.

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, d. h. eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen, in diesem Fall die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Der Typ-1-Diabetes tritt auf, wenn etwa 80–90 % dieser Zellen zerstört sind – es kommt zu einem Insulinmangel mit schwerwiegenden Konsequenzen:

  • Die Glukose häuft sich im Blut an (Hyperglykämie) und fehlt den Zellen als Energielieferant.
  • Es kommt zu einer gesteigerten Glukoseneubildung in der Leber (Glukoneogenese).
  • Das Körperfett wird ans Blut abgegeben. Die Fettsäuren werden zu Ketonkörpern abgebaut. In der Folge kommt es zu einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose).
  • Glukose wird mit dem Urin ausgeschieden (Glukosurie). Es kommt zu einer erhöhten Urinausscheidung (Polyurie) sowie zu gesteigertem Durst (Polydipsie).

Im Extremfall kann es bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 zu einem lebensgefährlichen Zustand, dem ketoazidotischen Koma, kommen – einer Bewusstlosigkeit, die durch absoluten Insulinmangel ausgelöst wird. Zu den typischen Symptomen des Diabetes mellitus Typ 1 zählen unter anderen:

  • Symptome als Folge der Hyperglykämie: Ausgeprägte Gewichtsabnahme, Austrocknung (Exsikkose), gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie), häufiges Wasserlassen
  • Allgemeine Symptome: Müdigkeit, Leistungsminderung, Bauchschmerzen etc.

Abb. 3: Wenn im Urintest Glukose nachgewiesen wird, könnte ein Diabetes mellitus vorliegen

Therapie:

Aufgrund der geringen bzw. fehlenden Insulinproduktion muss das Insulin bei Diabetes mellitus Typ 1 ersetzt werden. Damit die Insulinmenge möglichst präzise an den aktuellen Bedarf angepasst werden kann, ist die Blutzuckerselbstmessung von entscheidender Bedeutung (s. Teil II: Blutzuckermessung).

Zudem ist körperliche Aktivität für Typ-1-Patienten ebenso wichtig wie eine kompetente Schulung.