Wirkungen von Insulin

Einer der bedeutendsten Energielieferanten des Körpers ist die Glukose (Traubenzucker). Vornehmlich unser Gehirn benötigt eine regelmäßige Glukosezufuhr, um seinen Energiebedarf zu decken, aber auch die Erythrozyten sind auf Glukose angewiesen.

Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate (z. B. aus Getreide, Kartoffeln, Reis, Früchten etc.) werden durch den Verdauungsapparat zu Glukose abgebaut, die über den Darm in das Blut gelangt und so, je nach Bedarf, über den gesamten Körper verteilt werden kann.

In den Beta-Zellen der sog. Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wird das Hormon Insulin produziert. Von diesen „Inseln“ rührt auch der Name „Insulin“ (lat.: insula = Insel).

Im menschlichen Körper hat Insulin u. a. folgende biochemische Wirkungen:

  • Mittels Insulin wird die Aufnahme von Glukose in Muskel- und Fettzellen beschleunigt.
  • Zudem kann mit Hilfe von Insulin Glukose gespeichert werden. Dies funktioniert in Form von Glykogen, v. a. in der Leber und in den Muskelzellen. Auf diese Weise kann der Organismus den Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme relativ konstant halten. Bei Gesunden liegt dieser Spiegel etwa bei 80–120 mg/dl. Auch wenn über längere Zeit keine Nahrung aufgenommen wird, ist es dem Körper möglich, diesen Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten. Dies gelingt vor allem dadurch, dass in der Leber die oben erwähnte Speicherform Glykogen wieder in Glukose aufgespalten und ins Blut abgegeben wird (s. auch Abb. 2).
  • Des Weiteren bewirkt Insulin die Triglyceridsynthese in der Leber und im Fettgewebe (Triglyceride ≡ Neutralfette) sowie die Speicherung von Aminosäuren im Muskel.
  • Insulin hemmt ferner die Glukoneogenese der Leber (s. u.).

Glukoneogenese

Überwiegend in der Leber erfolgende Neubildung von Glukose aus bestimmten Aminosäuren. Vom Prinzip her stellt sie eine Umkehr der Glykolyse dar.