3.1 Allgemeine Hinweise zur Behandlung mit Homöopathika

  • Homöopathika sollten über die Mundschleimhaut resorbiert werden. Bei ethanolhaltigen Zubereitungen kann mit Wasser verdünnt werden.
  • Die Einnahme sollte ca. eine halbe Stunde vor dem Essen erfolgen oder morgens nüchtern nach dem Aufstehen bzw. abends vor dem Zubettgehen.
  • Bei Wirkungseintritt von Homöopathika kann es zu einer anfänglichen Symptomverschlechterung kommen, die auch als Erstverschlimmerung bezeichnet wird. Diese ist prinzipiell ein Ausdruck für das gute Ansprechen des Arzneimittels und tritt vor allem bei der Anwendung hoher Potenzen auf (D/C30 und höher). Es sollte eine kurzfristige Therapiepause eingelegt werden.
  • Akute Krankheiten werden in der Regel mit tiefen und mittleren Potenzen behandelt, deren Wirkungsdauer und -intensität kürzer ist. Bei diesen Potenzen tritt eher selten eine Erstverschlimmerung ein, sodass gut abgegrenzt werden kann, ob die Symptomverschlechterung krankheits- oder arzneibedingt ist. Deshalb eignen sich die niedrigen und mittleren Potenzen (im Gegensatz zu den Hochpotenzen) gut für die Empfehlung in der Selbstmedikation.
  • Die Einnahmehäufigkeit eines homöopathischen Mittels richtet sich nach der individuellen Reagibilität, der Krankheitsdynamik (akut oder chronisch) sowie der Potenz des eingesetzten Mittels. Dosierungsempfehlungen werden auch von der Kommission D (BfArM) herausgegeben. Bei Kindern sind Dosis und Einnahmehäufigkeit anzupassen.

Tab. 1: Übersicht zur Einnahmehäufigkeit

Verdünnungsstufe (Potenzhöhe)|Einnahmehäufigkeit
Tiefe Potenzen:
Urtinktur, D1 – D6|3- bis 5-mal täglich*
Mittlere Potenzen:
D8, (D10), D12, (D15)|1- bis 3-mal täglich*
Hohe Potenzen:
D30, C30|1- bis 2-mal wöchentlich*
Hohe Potenzen:
D200, C200|1-mal monatlich*
LM (Q)-Potenzen|1- bis 3-mal wöchentlich*

*und seltener

Allgemeine Hinweise zur Dosierung:

Einzeldosis: 5 Globuli bzw. 1 Tablette (Kleinkinder: 3 Globuli, Säuglinge: 1 Globulus)

→ am ersten Krankheitstag stündlich, am zweiten alle zwei Stunden, am dritten dreimal täglich, bis zu drei Wochen, bei andauernden Beschwerden nach einwöchiger Pause erneute Einnahme

  • Die Dosierung von Komplexmitteln sollte der Fachinformation (falls vorhanden) oder Gebrauchsinformation entnommen werden, da diese von den allgemeinen Dosierungsempfehlungen abweichen kann.
  • Bei Besserung der Symptome wird die Einnahmehäufigkeit reduziert. Im subakuten Stadium wird die Einnahmehäufigkeit beispielsweise auf alle 2–3 Stunden reduziert oder das Mittel wird ganz abgesetzt (bei Hochpotenzen).
  • Bestimmte Substanzen können die Wirkung homöopathischer Mittel beeinträchtigen, z. B.
    • Gewürze, ätherische Öle und stark riechende Substanzen
    • Kaffeekonsum, schwarzer Tee
    • Menthol, Pfefferminze, Kampfer (Achtung: Kaugummis, Zahnpasta)
  • Homöopathika werden trocken und lichtgeschützt aufbewahrt.