Exemplarisches Beratungsgespräch

[A] = Apothekenmitarbeiter/in
[P] = Patient/in

Situation: Erwachsene Kundin mit Reizdarmsyndrom

[A]: Guten Tag, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?
[P]: Guten Tag! Ich habe ein spezielles Anliegen und hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Ich leide unter dem Reizdarmsyndrom und habe besonders in Stresssituationen immer wieder mit Durchfällen zu kämpfen.
Das ist mir extrem unangenehm. Können Sie mir etwas empfehlen?
[A]: Welche Beschwerden haben Sie denn genau?
[P]: Mich belastet hauptsächlich der Durchfall. Im Moment habe ich zwar keine Beschwerden, aber nächste Woche habe ich eine Präsentation von der Arbeit aus und weiß jetzt schon, dass ich Probleme mit Durchfall bekommen werde. Sie können sich vorstellen, wie unangenehm es ist, wenn man in einer solchen Situation dreimal oder mehr pro Tag auf die Toilette rennen muss.
[A]: Sind Sie wegen des Reizdarms in ärztlicher Behandlung?
[P]: Ja, der Arzt schreibt mir regelmäßig Rezepte mit einem Mittel gegen Durchfall auf, das beginnt mit Lopa … oder so ähnlich.
[A]: Sie meinen bestimmt Loperamid.
[P]: Ja genau. Das wirkt relativ schnell und ist für den Fall der Fälle auch gut. Aber ich hätte gerne zusätzlich etwas, um dem Durchfall vorzubeugen und den Darm zu stabilisieren.
[A]: Wie häufig tritt der Durchfall auf?
[P]: Das ist ganz unterschiedlich und hängt ehrlich gesagt von meinem jeweiligen Gemütszustand und dem Stresslevel ab. In den letzten Monaten vier- oder fünfmal, würde ich schätzen.
[A]: Haben Sie noch andere Erkrankungen oder nehmen weitere Medikamente ein?
[P]: Nein.
[A]: Sind Sie schwanger oder stillen Sie gerade?
[P]: Auch nicht.
[A]: Die Behandlung mit Loperamid ist, wie Sie schon sagten, für den Akutfall, also wenn Sie Durchfall haben, geeignet. Zur langfristigen Unterstützung der Darmfunktion können Mittel wie Probiotika oder pflanzliche Arzneimittel eingesetzt werden.
[P]: Genau, ich suche etwas, das ich längerfristig einnehmen kann. Der Arzt hat mir auch dazu geraten, mich bei Bedarf in der Apotheke zu erkundigen.
[A]: Gut, ich hole Ihnen zwei Präparate, die geeignet sind und stelle sie Ihnen vor.
[A]: Ich habe hier zum einen ein Probiotikum mit Laktobazillen mitgebracht. Mit einem solchen Präparat können Sie Ihre natürliche Darmflora, also die „guten“ Mikroorganismen, unterstützen. Das andere Präparat ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion. Enthalten sind Myrrhe, Kamillenblüten und Kaffeekohle. Eine relativ neue Untersuchung weist darauf hin, dass dieses Mittel insbesondere die Durchfallsymptomatik im Rahmen der Therapie bei einem Reizdarm lindern kann.
[P]: Ok, dann würde ich gerne das pflanzliche Mittel ausprobieren, weil ich Probiotika schon einmal über mehrere Monate genommen habe und nicht das Gefühl hatte, dass es mir danach viel besser ging.
[A]: Gut, das pflanzliche Mittel gebe ich Ihnen gerne mit. Nur noch ein kleiner Hinweis zu den Probiotika: Es ist immer wichtig, auf die Qualität des Präparats zu achten, da die Zusammensetzung und die Stabilität der Bakterienstämme eine große Rolle spielen. Also am besten ein zugelassenes Präparat aus der Apotheke verwenden.
[P]: Das stimmt, danke für den Hinweis. Wie ist denn das pflanzliche Mittel einzunehmen?
[A]: Sie nehmen dreimal täglich vier Tabletten mit einem Glas Wasser ein, die Anwendungsdauer ist nicht beschränkt. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Haben Sie Allergien, zum Beispiel gegen Korbblütler wie Kamille?
[P]: Nein, Allergien habe ich nicht. Vielen Dank für die Beratung, das Mittel möchte ich gerne mitnehmen.
[A]: Gerne, bitte geben Sie mir doch eine Rückmeldung, ob das Mittel Ihnen geholfen hat.
[P]: Das mache ich, bis bald!
[A]: Auf Wiedersehen!