Neben einer schulmedizinischen Blutdrucktherapie kann es sinnvoll sein, die Behandlung durch die Einnahme homöopathischer Mittel zu ergänzen, um durch Anregung der Selbstheilungskräfte den Blutdruck sanft zu regulieren (vgl. Sommer, 2016, S. 14-15).

Um die Einsatzmöglichkeiten bestimmter homöopathischer Wirkstoffe bei Hypertonie besser zu verstehen, ist es wichtig, zunächst das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie zu verstehen.

Der Begriff Homöopathie setzt sich aus den griechischen Wörtern homoios = gleich, ähnlich und pathos = Leid, Schmerz zusammen. Übersetzt bedeutet er so viel wie „ähnliches Leiden“. Diese Behandlungsmethode wurde von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann 1797 begründet. In diesem Zusammenhang definierte Hahnemann das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip, welches der Homöopathie zugrunde liegt: „similia similibus curentur“ (Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden). Demnach wird in der Homöopathie ein Ausgangsstoff ausgewählt, welcher unverdünnt bzw. unpotenziert bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorruft, wie die, die beim Erkrankten behandelt werden sollen. Es werden dabei Arzneien aus dem gesamten Bereich der Natur verwendet, wie z. B. Mineralien, Pflanzen und Tiergifte (vgl. Ammon, 2004, S. 732).

Die Ausgangsstoffe werden in einem speziellen Verfahren einer sogenannten Potenzierung unterzogen. Hierzu wird die Urtinktur entweder mit Wasser oder Ethanol stufenweise verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und dabei verdünnt (vgl. Wiesenauer, 2016, Band 1). Urtinkturen sind konzentrierte Zubereitungen, die durch „™“ oder „Ø“ gekennzeichnet sind. Es handelt sich dabei um Presssäfte mit Ethanol, Wasser oder Glycerol oder Auszüge von Pflanzenteilen oder Tieren, deren Absonderungen oder deren Teile. Üblicherweise werden die Stoffe in Hunderterschritten (1:100 = C-Potenz) oder in Zehnerschritten (1:10 = D-Potenz) verdünnt.

Im Folgenden werden einige homöopathische Wirkstoffe vorgestellt, die zur unterstützenden Therapie einer Hypertonie angewendet werden. Es werden dabei Symptome im Bereich der Brust und mit Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System betrachtet.