Ein andauernder Bluthochdruck belastet nicht nur die Gefäße und Organe, sondern erhöht ebenso das Risiko für Folgeschäden. Nicht nur Arteriosklerose mit all ihren Auswirkungen kann eine mögliche Folgekrankheit sein, sondern auch Herz-, Nieren- und Augenschäden können durch einen dauerhaft erhöhten Blutdruck entstehen.

Abb. 3: Folgen des hohen Blutdrucks (vgl. Deutsche Hochdruckliga, S. 21)

Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, leidet auch das Herz unter der Druckbelastung. Das führt zu einer Verdickung des Herzmuskels und zu einer vermehrten Bildung von Herzmuskelfasern (Herzmuskelhypertrophie). Durch diese Faktoren wird das Herz in seiner Elastizität eingeschränkt. Dies äußert sich beim Betroffenen meist in einer Einschränkung seiner Belastbarkeit und Kurzatmigkeit. Hochdruck kann auch zu einer Verengung der Koronararterien und damit zu einer schlechten Sauerstoffversorgung des Herzens führen – eine koronare Herzkrankheit kann entstehen. Herzinsuffizienz oder gar ein Herzinfarkt können die Folgen sein.

Des Weiteren können durch den Bluthochdruck Herzrhythmusstörungen entstehen (vgl. Vaupel et al., 2015, S. 306–307).

Der Bluthochdruck ist auch für Schlaganfälle ein wichtiger Risikofaktor. Durch die Arteriosklerose in der Halsschlagader können Blutgerinnsel entstehen, welche bei Ablösung die Hirngefäße verschließen und zu einem Schlaganfall führen. Aber auch Verschlüsse und Verengungen in den Hirngefäßen selbst können zu einer verminderten Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führen und im schlimmsten Fall einen Hirninfarkt auslösen (vgl. Mutschler et al., 2013, S.501).

Auch die Nieren bleiben bei einem dauerhaft erhöhten Blutdruck nicht unbeeinträchtigt. Das filigrane Filtersystem der Nieren, welches aus feinen Adern besteht, kann durch Ablagerungen verändert werden (Nephrosklerose). Es kann zu einer Beeinträchtigung des Flüssigkeitshaushaltes kommen und Stoffwechselabbauprodukte werden nicht mehr genügend ausgeschieden. Die schlechte Durchblutung der Nieren beeinflusst somit die Ausscheidungsfunktion und greift in das blutdruckregulierende Hormonsystem (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System) ein, was zu einer Blutdruckerhöhung führt. Unbehandelt können diese Faktoren zu einer chronischen Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen führen (vgl. Rosenthal et al., 2004, S. 382 ff.).

Die Ablagerungen aufgrund des zu hohen Blutdrucks können auch die Becken- und Beingefäße betreffen und somit zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit führen (vgl. Mutschler, 2013, S. 521). Die Blutdruckveränderung kann aber auch die Netzhaut der Augen schädigen und das Sehvermögen langfristig beeinträchtigen (hochdruckbedingte Retinopathie) (vgl. Rosenthal et al., 2004, S. 530).

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Beeinflussbar:

  • Hypertonie
  • Rauchen
  • Dyslipoproteinämie
  • Diabetes mellitus
  • Adipositas
  • körperliche Inaktivität
  • erhöhtes Fibrinogen

Nicht beeinflussbar:

  • positive Familienanamnese
  • männliches Geschlecht
  • Frauen in der Postmenopause
  • Alter

Folgeschäden

  • koronare Herzkrankheiten
  • Linksherzhypertrophie
  • Herzinsuffizienz
  • zentrale Durchblutungsstörungen (u. a. transistorische ischämische Attacke, Apoplex, vaskuläre Demenz)
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
  • chronische Nierenerkrankung (mit Mikro- oder Makroproteinurie)
  • hypertensive Retinopathie
Tab. 2: .: Faktoren zur Prognose der Bluthochdruckerkrankung (vgl. Mutschler et al., 2013, S. 502)

Wie zuvor erläutert, schädigt ein dauerhaft erhöhter Blutdruck die Gefäße und macht diese empfänglicher für Ablagerungen und fördert somit die Entstehung weiterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn weitere Risikofaktoren dazu kommen, steigt die Gefahr für manifeste und potentiell lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen (vgl. Mutschler et al., 2013, S. 502).