Die vorliegende Fortbildung befasst sich mit dem Krankheitsbild der arteriellen Hypertonie, daher werden im Folgenden zunächst die Begriffe Blutdruck und Hypertonie erläutert.

1.2.1 Blutdruck

Als Blutdruck wird der Druck bezeichnet, mit dem das Herz das Blut durch die Blutgefäße pumpt. Er ist die Resultante aus Herzzeitvolumen und peripherem Widerstand (vgl. Mutschler et al., 2013, S. 489). Der Blutdruck ist nie konstant, sondern schwankt immer zwischen dem systolischen und dem diastolischen Druck.

Der systolische Druck ist der maximale Blutdruck am Höhepunkt der Austreibungsphase, d. h. zu dem Zeitpunkt, wenn das Herz das Blut herauspumpt. Der diastolische Druck ist der minimale Blutdruck, wenn das Herz sich entspannt.

Der Blutdruck wird in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule angegeben. Als optimal gilt ein Blutdruck von < 120 mm Hg systolisch und < 80 mm Hg diastolisch. Als noch normal werden Werte bis 139 mm Hg bzw. 89 mm Hg angesehen (vgl. RKI, 2015).

Abb. 1: Faktoren Blutdruck (vgl. Deutsche Hochdruckliga, S. 3)

1.2.2 Hypertonie

Als Hypertonie (= Bluthochdruck) wird der dauerhaft die Norm überschreitende Anstieg des arteriellen Blutdrucks bezeichnet.

Der Blutdruck kann durch die Erhöhung des Herzzeitvolumens, des peripheren Widerstandes oder durch die Erhöhung beider Komponenten ansteigen (vgl. Mutschler et al., 2013, S. 501). Der Anstieg des Blutdrucks kann verschiedenste Ursachen haben: Unter anderem können Stress, Anstrengung oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente der Auslöser sein – dieser Anstieg ist jedoch ganz normal. Laut der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks, wird erst ab einem Ruhewert von 140/90 mm Hg von einem erhöhten Blutdruck gesprochen:

Tab. 1: Klassifikation der Blutdruckbereiche in mm Hg (vgl. Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks)
Klassifikation Systolisch Diastolisch
Optimal <120 < 80
Normal < 130 < 85
Hoch-normal 130 – 139 85 – 89
Milde Hypertonie 140 – 159 90 – 99
Mittelschwere Hypertonie 160 – 179 100 – 109
Schwere Hypertonie > 180 > 110
Isolierte systolische Hypertonie > 140 < 90