Die Oberfläche der Nieren ist mit einer bindegewebigen Kapsel überzogen. Im Längsschnitt der Nieren lassen sich die Nierenrinde (Cortex renalis), das Nierenmark (Medula renalis) und das Nierenbecken (Pelvis renalis), aus dem der Ureter austritt, erkennen. Das Mark wird durch Säulen in 8–17 Pyramiden unterteilt, deren Spitzen (Nierenpapillen) im Zentrum zusammenlaufen. Die Nierenpapillen sind schlauchförmig von Nierenkelchen überzogen, welche den Harn auffangen und in den Sammelraum des Nierenbeckens weiterleiten.

Die Nieren werden über die Arteria renalis mit Blut versorgt. Diese verzweigt sich nach Eintritt in den Hilus in die Arteriae interlobares. Letztere steigen in die Säulen zwischen den Markpyramiden zur Oberfläche auf und geben arkadenförmige Äste an die Basis der Pyramide ab, aus denen die Arteriae interlobulares hervorgehen. In regelmäßigen Abständen zweigen von diesen Arteriolen (Vasa afferentia) ab, welche die Nierenkörperchen mit Blut versorgen. Die Vasa afferentia bildet in jedem Nierenkörperchen ein Kapillarknäuel, welche sich wiederum zu den Vasa efferentia vereinigen, die das Blut abtransportieren. An dieses Kapillarsystem schließt ein zweites Kapillarsystem an – das peritubuläre Kapillarsystem, welches die Tubuli und Sammelrohre mit Blut versorgt. Über die Vena renalis wird das venöse Blut aus der Niere herausgeleitet.1,4