Vorwort

Eine gleichzeitige Einnahme mehrerer Arzneimittel oder auch deren Kombination mit bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln (Alkohol, Tabak) kann zu Wechselwirkungen führen. Diese können sich auf den Patienten entweder negativ oder positiv auswirken. Allerdings wird unter der Bezeichnung eher eine negative oder zumindest unerwünschte Beeinflussung der Arzneimittelwirkung verstanden. Diese kann sich durch folgende Effekte äußern:

  • Wirkverringerung
  • Wirkverstärkung
  • Aufhebung der erwünschten Wirkung
  • Änderung der Nebenwirkungen bzw. Toxizität

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Arzneimittelwechselwirkung steigt exponentiell mit der Menge der eingenommenen Medikamente und kommt daher eher bei multimorbiden Patienten vor.1 Allerdings ist – bedingt durch interindividuelle genetische Unterschiede – nicht jede Wechselwirkung bei jedem Patienten im gleichen Ausmaß zu erwarten bzw. ihre klinische Relevanz nicht gleich zu bewerten.

„Wechselwirkungen können sich auf den Patienten entweder negativ oder positiv auswirken.”

Definition

Eine Arzneimittelwechselwirkung liegt vor, wenn mindestens zwei Arzneimittel gleichzeitig eingenommen werden und es durch eine gegenseitige Beeinflussung zu Veränderungen der jeweiligen Wirkung kommt.

Um eine entsprechende Risikobewertung vornehmen zu können, werden im Folgenden die klassischen Mechanismen von Wechselwirkungen und wichtige Beispiele aus dem Apothekenalltag vorgestellt.