Für die Behandlung einer akuten Rhinitis eignen sich abschwellende Mittel z. B. mit dem Wirkstoff Xylometazolin, da sie die Nase schnell und effektiv befreien und Komplikationen somit verhindert werden können. Da ein Erkältungsschnupfen in der Regel nicht länger als eine Woche dauert, ist die Anwendung abschwellender Substanzen gut verträglich.

Falls zusätzlich Reizungen und Entzündungen der Nasenschleimhaut vorliegen, kann Xylometazolin in Kombination mit einem Mittel zur Förderung der Nasenschleimhautregeneration, wie z. B. Dexpanthenol, verwendet werden.

Dexpanthenol sorgt mit seiner entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Wirkung für eine schnelle Regeneration der durch die Schnupfenviren geschädigten Nasenschleimhaut. Aufgrund der guten Verträglichkeit gibt es Nasensprays mit Xylometazolin und Dexpanthenol auch für Kinder, wobei hier die Konzentration an Xylometazolin an die Bedürfnisse der Kinder angepasst wurde.

Altersgerechte Dosierung [6]

Insbesondere bei Kleinkindern unter zwei Jahren ist auf die Dosierung zu achten, damit es nicht zur Überdosierung und damit zu systemischen Nebenwirkungen kommt. Geeignet sind z. B. Nasentropfen mit 0,01 % Oxymetazolin oder 0,025 % Xylometazolin.

Für Kinder von zwei bis sechs Jahren gibt es u. a. Nasentropfen und -sprays mit 0,025 % Oxymetazolin oder 0,05 % Xylometazolin. Letzteres gibt es als Nasenspray auch in einer Kombination mit dem wundheilungsfördernden Wirkstoff Dexpanthenol. Ab einem Alter von sechs Jahren können Tropfen und Sprays mit 0,05 % Oxymetazolin oder 0,1 % Xylometazolin verwendet werden.

Empfehlung konservierungsmittelfreier Produkte

Bei der Empfehlung eines Präparates muss neben der Wirkung und Dosierung der Wirkstoffe auch die Verträglichkeit der sonstigen Inhaltsstoffe berücksichtigt werden. Das sehen auch die Kunden so. In einer Umfrage, bei der insgesamt 389 Anwender gefragt wurden, worauf sie bei der Verwendung von Nasensprays achten, gaben 56,8 % an, dass ihnen eine schnelle Wirkung wichtig ist. [26] 46,1 % achten zudem darauf, dass die Inhaltsstoffe möglichst schonend sind. Dass Konservierungsstoffe in Nasensprays Allergien hervorrufen und die Nasenschleimhaut schädigen können, haben viele schon einmal gehört (32,8 % bzw. 47,3 % der Befragten).

Vor diesem Hintergrund ist es fast erstaunlich, dass Nasenpräparate mit Konservierungsmitteln immer noch häufig verwendet werden. Offenbar sind sich viele des Ausmaßes der möglichen Schäden nicht bewusst. Hinzu kommt der Irrglaube, konservierungsmittelfreie Präparate seien weniger lange haltbar als Produkte mit Konservierungsstoffen. Ganze 55,6 % der befragten Kunden waren der Meinung, dass Konservierungsmittel die Haltbarkeit von Nasensprays verlängern. Dabei sind konservierungsmittelfreie Präparate ebenso lange haltbar, da der spezielle Aufbau der Behältnisse eine Verkeimung verhindert.

Ein weiterer Grund, sich für ein konservierungsmittelhaltiges Produkt zu entscheiden, ist offenbar der Preis. So wurden in einer Online-Befragung von insgesamt 100 PTA Bedenken wegen der Haltbarkeit sowie der höhere Preis als die häufigsten Gegenargumente bei der Empfehlung von konservierungsmittelfreien Nasensprays genannt. [27]

Abb. 12 Gegenargumente bei der Empfehlung konservierungsmittelfreier Nasensprays (Online-Befragung von 100 PTAs) [27]

Diese Ergebnisse zeigen, dass beim Thema Konservierungsmittel in Nasenpräparaten Informationsbedarf besteht. Hier kann in der Apotheke wichtige Aufklärungsarbeit geleistet werden. 43 % der befragten Kunden gaben an, die Empfehlung des Apothekers zu beachten. [26]

Die Bedenken bezüglich der Haltbarkeit konservierungsmittelfreier Präparate lassen sich leicht entkräften. Ein Vergleich der entsprechenden Gebrauchs- oder Fachinformationen genügt. Die meisten Nasensprays (mit oder ohne Konservierungsstoffe) sind nach Anbruch sechs Monate haltbar.

Das Argument des höheren Preises ist zwar oft zutreffend, doch bei genauem Hinschauen zeigt sich, dass es auch sehr günstige konservierungsmittelfreie Präparate gibt. Vor dem Hintergrund der Allergiegefahr und einer möglichen Schädigung der Nasenschleimhaut ist der geringe Mehrbetrag eine lohnende Investition.

Geringe Mehrkosten für Konservierungsmittelfreiheit

Die Herstellung von konservierungsmittelfreien Nasensprays und -tropfen ist sehr aufwendig (siehe Modul 2) und damit teurer als die Herstellung von Präparaten, bei denen das Wachstum von Keimen durch den Zusatz von Konservierungsmitteln verhindert wird. Dies schlägt sich im Preis der Präparate nieder. So gehören konservierungsmittelfreie Präparate in der Regel nicht zu den günstigsten und im Falle einer GKV-Erstattung (maximal bis zum vollendeten 18. Lebensjahr möglich) fallen Kosten trotz Gebührenbefreiung an, da konservierungsmittelfreie Präparate nicht zum Festbetrag angeboten werden (können).

Allerdings dürften viele Kunden bereit sein, etwas mehr für ein konservierungsmittelfreies Mittel zu bezahlen bzw. bei einem GKV-Rezept für ihr Kind einen Mehrkostenbeitrag zu leisten, wenn sie wüssten, dass Konservierungsmittel Allergien auslösen und die Nasenschleimhaut schädigen können – zumal es sich um geringe Beträge handelt.

BEISPIEL: Xylometazolin-Nasensprays auf GKV-Rezept

Bei Verordnungen von Nasensprays für Kinder erstatten die gesetzlichen Krankenkassen nur den Festbetrag. Dieser liegt für 10 ml Nasenspray mit 0,05 % Xylometazolin bei 1,94 m (Stand 15.08.2017). Es gibt zwei Präparate, die zum Festbetrag erhältlich sind, beide enthalten jedoch Konservierungsstoffe. Vergleichbare Nasensprays ohne Konservierungsstoffe liegen über dem Festbetrag. Der VK des günstigsten Nasensprays ohne Konservierungsstoffe liegt bei 2,40 m. Das heißt, die Eltern eines betroffenen Kindes müssten lediglich 0,46 m (2,40 m –1,94 m) aufzahlen.

Abb. 13 Auszug aus der Lauer-Taxe online, Stand 15.08.2017

Ähnlich gering sind die Preisunterschiede für Selbstzahler. Vor dem Hintergrund der aufwendigen Produktion, die dafür aber einen Verzicht auf Konservierungsmittel ermöglicht, kann also auch das Preisargument entkräftet werden.