Orale Mukositis

Eine weitere Nebenwirkung der Krebstherapie kann eine orale Mukositis sein. Dabei handelt es sich um eine Schleimhautschädigung im Mund- und Rachenbereich, die durch die Zerstörung der sich schnell teilenden Zellen in der Mundschleimhaut verursacht wird. Eine Entzündung der Schleimhaut (Mukositis) kann im ganzen Gastrointestinaltrakt auftreten.3

Die genaue Entstehung einer oralen Mukositis durch eine Chemo- bzw. Strahlentherapie ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass verschiedene ineinandergreifende Faktoren das Auftreten beeinflussen.

Es wird dabei zwischen der chronischen und der akuten Mukositis unterschieden. Die chronische Mukositis wird meist durch die Bestrahlungstherapie begünstigt. Es handelt sich dabei zwar um eine lokale Therapie, sie findet aber über einen längeren Zeitraum statt. Im Rahmen einer Chemotherapie kommt es zu einer systemischen Gabe der notwendigen Arzneimittel über einen kürzeren Zeitraum in mehreren Zyklen. Bei einer Chemotherapie steigt daher die Inzidenz mit der Zyklenzahl und begünstigt die Entstehung einer akuten oralen Mukositis.7

Symptome

Je nach Ausprägung der Symptome ist der Leidensdruck der Patienten hoch. Durch mögliche Schmerzen und ein erhöhtes Infektionsrisiko sowie eine verminderte Nahrungsaufnahme ist die Lebensqualität der Betroffenen eingeschränkt.

Mögliche Symptome können folgende sein:3

  • Schmerzen
  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Schluckbeschwerden
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • Wundsein


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die orale Mukositis in fünf verschiedene Stadien bzw. Schweregrade eingeteilt:8

Entstehung

Die Mund- und Rachenschleimhaut besteht aus mehreren Zellschichten, die sich oft erneuern und deren Zellen sich schnell teilen. Durch eine Chemo- oder Strahlentherapie wird nicht nur die Teilung der Krebszellen gehemmt, sondern auch die gesunder Zellen. Es kommt zu einer direkten und irreversiblen Schädigung der DNA. Die sich normalerweise schnell teilenden Zellen werden in ihrem Wachstum gehemmt und können nicht mehr erneuert werden. Zusätzlich kommt es zu einer Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen, wodurch der Schutzmechanismus der Schleimhaut geschädigt wird. Das Schleimhautgewebe wird geschwächt und die Zellschichten bauen sich ab. Die natürliche Schutzbarriere der Mundschleimhaut ist gestört und es entstehen Wunden im Mund- und Rachenraum. Bakterien und Mikroorganismen können in die Schleimhaut eindringen und Entzündungen sowie Geschwüre auslösen. Zwar erholt sich die Mundschleimhaut nach zwei bis drei Wochen und bildet neue Zellschichten, sie ist aber dennoch verändert.9

Risikofaktoren

Das Risiko für eine orale Mukositis ist nicht nur von der Art der Krebstherapie abhängig, sondern auch von verschiedenen patientenabhängigen Faktoren: