Apothekenpraxis

Unabhängig davon, ob Krebspatienten ihre Therapie ambulant in einer Praxis erhalten oder ihre orale Medikation zuhause einnehmen müssen, kann der Patient in der Apotheke durch passende Empfehlungen unterstützt werden. Dies betrifft insbesondere die Behandlung der Nebenwirkungen, die in der Tumortherapie stark ausgeprägt sind. Neben wichtigen Informationen zur Therapie (orale Tumortherapie) und Einnahme spielen Apothekenmitarbeiter eine wichtige Rolle bei der Beratung zu Prävention und supportiven Maßnahmen. Umso wichtiger ist es also, dem Patienten genau zuzuhören und sich nach Auffälligkeiten zu erkundigen.

Wichtig

Die Einnahme und Empfehlung geeigneter Arzneimittel oder Präparate sollte immer mit dem Arzt besprochen werden.

Neben der Aufklärung zur Behandlung und Prävention von Hauttoxizitäten sowie oraler Mukositis kann eine Beratung auch bezüglich geeigneter Nahrungsergänzungsmittel stattfinden. Die Tumortherapie ist nicht nur für die Psyche des Patienten ein anstrengender Prozess, sondern für den gesamten Körper. Hier gilt es zu beachten, dass nicht zu allen Zeitpunkten der Therapie Präparate zur Unterstützung des Immunsystems eingenommen werden dürfen. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist stets notwendig.

Da Patienten in der Krebstherapie die möglichen Nebenwirkungen bestenfalls, aber nicht immer, mit ihrem Onkologen besprechen, haben Apothekenmitarbeiter oft eine unterstützende Funktion, da sie zuhören und somit auch ein kleiner Teil der supportiven Therapie sind.

Weitere Komplikationen bei einer Krebstherapie können kardiotoxische Komplikationen sein. Neben vorhandenen chronischen Herzerkrankungen können manche Chemotherapeutika das Herz zusätzlich schädigen. Für Krebspatienten besteht zudem auch eine höhere Gefahr, eine Thrombose zu erleiden, welche bei dieser Patientengruppe oft im venösen System lokalisiert ist. Außerdem haben Krebspatienten eine höhere Blutungsneigung, da es zu molekularen Interaktionen zwischen dem Tumor und dem Gerinnungssystem kommen kann.14

Orale Chemotherapie

Es kommt immer häufiger vor, dass Patienten eine orale Chemotherapie statt einer ambulanten Behandlung in einer Praxis oder Klinik erhalten. Die orale Therapie bietet den Vorteil, dass keine invasiven Maßnahmen erforderlich sind. Apothekenmitarbeiter müssen also hinsichtlich der oralen Chemotherapie geschult sein und die Beratungskompetenzen den besonderen Bedürfnissen dieser Patientengruppe anpassen.

Werden die Medikamente nicht nach Plan eingenommen, kann es zu einer Gefährdung des Therapieerfolgs kommen. Genau hier ist die pharmazeutische Beratung und Betreuung wichtig. Insbesondere die möglichen Nebenwirkungen stehen hier im Fokus.

Das Apothekenpersonal kann aber auch mit einer onkologischen Notfallsituation konfrontiert sein, die ein schnelles Handeln erfordert. Haben Sie also Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, ist es wichtig, die Mitarbeiter über die wichtigsten onkologischen Notfälle und deren Anzeichen zu schulen und zu sensibilisieren. Zu diesen Notfällen können hämatologische Notfälle zählen, zu denen z. B. Gerinnungsstörungen sowie kardiologische und pneumologische Notfälle gehören.

Neben der eigentlichen Krebstherapie bekommen viele Patienten Schmerzmittel, die neben den Chemotherapeutika ebenfalls zu Nebenwirkungen führen können. So kann es bekanntermaßen bei der Anwendung von opioidhaltigen Schmerzmitteln zu einer Obstipation kommen. Zur Vermeidung empfiehlt sich hier die prophylaktische Einnahme von Laxantien. Aber auch bezüglich der Opioidangst von Patienten können Apothekenmitarbeiter den Kunden aufklären.

Die Apotheke kann mit der Aufklärung und Beratung zu geeigneten Maßnahmen viel zur Lebensqualität und zur Compliance beitragen.