Bedeutung verschiedener Transmitter

Die am Schlaf hauptbeteiligten Botenstoffe sind Melatonin und Adenosin. Melatonin wird in der Zirbeldrüse gebildet. Die Produktion und Sekretion ist tageslichtabhängig: Wenn Sonnenstrahlung die Netzhaut erreicht, werden Produktion und Sekretion gebremst. Umgekehrt steigen die Produktion und Sekretion an, wenn Tageslicht ausbleibt. Im Laufe der Nacht steigt die Melatoninkonzentration im Gehirn um das Drei- bis Zwölffache an, je nach Alter der Person und Jahreszeit. Da Melatonin maßgeblich die zirkadian-rhythmischen Vorgänge im Körper steuert, gilt es als Zeitgeber im menschlichen Organismus. Außerdem induziert es den Tiefschlaf, die wichtigste Regenerationsphase des Körpers.3 In dieser Phase wird verstärkt Somatropin ausgeschüttet, ein Hormon, welches für ein normales Wachstum wichtig ist. Bei Mangelzuständen kann es zur Anlagerung von Viszeralfett, reduzierter Muskelmasse und Knochendichte sowie zu einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und verringerter Lebensqualität führen.4 Sollte Melatonin im Mangel vorhanden sein, kommt es zu Schlafstörungen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus.3 Mit zunehmendem Alter sinkt zunehmend die Melatonin- Produktion (Abb. 2).

Abb. 2: Melatoninspiegel in Abhängigkeit vom Alter

Adenosin ist im Körper unter anderem ein Müdemacher. Es ist ein Nukleosid, das im zellulären Energiehaushalt eine wichtige Rolle spielt. Zellen verbrauchen über den Tag hinweg Energie (Abb. 3). Wenn Energie verbraucht wird, entsteht in den Zellen freies Adenosin. Adenosin blockiert anregend wirkende Neurotransmitter wie Acetylcholin, Dopamin und Noradrenalin. Damit signalisiert es dem Körper Müdigkeit. Je höher die Konzentration an Adenosin ist, desto stärker wird der Schlafdruck. Beim Schlafen nimmt die Adenosin- Konzentration in den Zellen kontinuierlich ab. Adenosin wird durch koffeinhaltige Wachmacher wie Kaffee und Cola aufgehoben.

Abb. 3: Adenosin-abhängige Homöostase