Wichtige Hinweise für den Patienten zu H1-Antihistaminika

  • Einnahme ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen
  • Ausreichende Ruhezeit erforderlich (zwischen sechs und zehn Stunden), ansonsten Hang-over-Gefahr
  • Gefahr von Stürzen insbesondere bei älteren Patienten erhöht, besonders bei nächtlichem Aufstehen
  • Nach der Einnahme Einschränkung von Aufmerksamkeit und Verkehrstüchtigkeit möglich
  • Kontraindikationen/Wechselwirkungen berücksichtigen (z. B. Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie, Vorsicht bei Leberfunktionsstörungen, nicht zusammen mit MAO-Hemmern, nicht mit Alkohol)
  • Nur kurzfristig einnehmen, sonst Abhängigkeit möglich

Pflanzliche Arzneimittel sind hingegen üblicherweise nebenwirkungsarm und für eine längerfristige Einnahme geeignet. Oft ist hier der Hinweis sinnvoll, dass die volle Wirkung erst nach einer gewissen Latenzzeit zu erwarten ist – pflanzliche Arzneimittel sollten daher regelmäßig über einen bestimmten Zeitraum angewendet werden.

Wichtige Hinweise zu pflanzlichen Arzneimitteln

  • Führen nicht zu Abhängigkeit
  • Langzeitanwendung möglich
  • Es sollte auf evidenzbasierte Präparate mit produktspezifischen Studien zurückgegriffen werden.
  • Die natürlichen Schlafphasen werden anders als bei synthetischen Schlafmitteln nicht beeinträchtigt.

Zusätzlich sollten allen Patienten mit Schlafproblemen allgemeine Verhaltenstipps zur Schlafhygiene gegeben werden:

  • Jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen
  • Nur schlafen gehen, wenn man wirklich müde ist
  • Vor dem Schlafengehen entspannungsfördernde Schlafrituale durchführen
  • Regelmäßig Sport treiben – aber nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen
  • Keine koffeinhaltigen Getränke/Medikamente innerhalb von vier Stunden vor dem Schlafengehen
  • Vor dem Schlafengehen nicht rauchen
  • Alkoholkonsum einschränken
  • Mittagsschlaf vermeiden
  • Vor dem Schlafengehen Nutzung von Smartphone, Computer etc. reduzieren
  • Bett nur zum Schlafen (nicht zum Arbeiten, Essen, Fernsehen) aufsuchen
  • Schlafzimmer abdunkeln und richtig temperieren (ideal: 15–18 °C)

Patienten sollten immer dann an einen Arzt verwiesen werden, wenn Begleiterkrankungen bestehen oder die Schlafstörungen länger andauern und zu starken Einschränkungen führen. Bei älteren Patienten, bei denen die Schlafstörungen augenscheinlich nicht durch organische/psychische Erkrankungen oder Arzneimittel verursacht werden, sollte immer daran gedacht werden, dass im Alter die körpereigene Melatoninproduktion nachlässt, was zu Schlafproblemen führen kann.

Hier kann eine Behandlung mit einem methanolischen Baldrian- und Hopfenextrakt indiziert sein, da so der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt werden kann.