Beratung bei Schlafstörungen

Bei der Beratung sollten zunächst einige grundsätzliche Fragen geklärt werden. Als Gedankenstütze kann dafür der Algorithmus „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ aus der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) herangezogen werden.8

Zunächst sollte abgefragt werden, wer von den Schlafstörungen betroffen ist. Als Nächstes sollte erfragt werden, wie stark die Beeinträchtigungen sind, die durch mangelnden Schlaf entstehen, und welche Lebensbereiche davon betroffen sind. Wichtig ist auch zu wissen, ob die Probleme nur vorübergehend sind oder ob sie wiederholt auftreten bzw. bereits länger andauern. Dann kann gemeinsam mit dem Patienten überlegt werden, ob die Grundvoraussetzungen für einen gesunden Schlaf prinzipiell gegeben sind, ob also grundsätzlich regelmäßiger und ausreichend langer Schlaf möglich ist.

Auch sollten die Gewohnheiten des Patienten hinsichtlich der Schlafhygiene hinterfragt werden. Im nächsten Schritt geht es um die Ursachenforschung. So sollte erfragt werden, ob der Patient Arzneimittel einnimmt, die zu Schlafstörungen führen können, oder ob er andere Lebensmittel/Genussmittel konsumiert (z. B. Alkohol, Koffein, Nikotin), die seine Probleme erklären könnten. Ebenso sind Informationen zu möglichen Begleiterkrankungen sowie zu den aktuellen Lebensumständen wichtig, denn familiäre oder berufliche Belastungen können ebenso Schlafstörungen verursachen wie verschiedene körperliche Erkrankungen.

Schließlich sollte erfragt werden, ob der Patient mit seinen Schlafproblemen bereits in Behandlung ist oder war und welche Therapieversuche schon unternommen wurden. In der Beratung sollten auch die natürlichen Mechanismen berücksichtigt werden, die den Schlaf beeinflussen, dass also beispielweise die Schlafdauer mit zunehmendem Alter abnimmt und bei älteren Menschen schon ein längerer Mittagsschlaf zu (Ein-)Schlafproblemen am Abend führen kann.

Führt das Beratungsgespräch zu dem Ergebnis, dass ein Therapieversuch in der Selbstmedikation möglich ist, so gilt es, das geeignete Arzneimittel auszuwählen. In der Selbstmedikation kommen H1-Antihistaminika oder pflanzliche Arzneimittel in Frage.26

Abb. 13: Algorithmus „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“