Herstellung eines Trockenextraktes

Trockenextrakte sind nicht miteinander vergleichbar. Trotz gleicher verwendeter Pflanzenart und ähnlichen Anbau- und Herstellungsmethoden ist die Qualität des resultierenden Arzneimittels abhängig von jedem noch so kleinen Arbeitsschritt. Daher können pflanzliche Arzneimittel, wenngleich mit ähnlicher Zusammensetzung, nicht miteinander gleichgesetzt werden. Besonders zwischen pflanzlichen Mitteln aus der Drogerie und geprüften Arzneimitteln aus der Apotheke kann es gravierende Qualitätsunterschiede geben.

Für die Herstellung eines Trockenextraktes werden arzneistoffhaltige Pflanzenteile geerntet und zunächst getrocknet. Je nach Verfahren werden über einen bis mehrere Arbeitsschritte die Pflanzenteile zerkleinert (sofern notwendig) und in Extraktionsmittel gegeben. Typische Extraktionsmittel sind Wasser, Ethanol, Methanol und Aceton. Nach Übergehen der Inhaltsstoffe aus der Droge in das Extraktionsmittel werden die Pflanzenreste abgepresst und das Extraktionsmittel verdampft. Es bleibt kein Extraktionsmittel im Trockenextrakt zurück! Der entstandene Trockenextrakt kann nun weiterverarbeitet werden.

Exkurs DEV

Das DEV (= Droge-Extrakt-Verhältnis) beschreibt, wie viel Droge (getrocknete Pflanzenteile) für wie viel Extrakt benutzt wird. Allerdings bedingt ein „gutes“ DEV nicht zwingend auch einen guten Extrakt: Die Qualität der verwendeten Drogen ist ebenfalls entscheidend.