Antihistaminika

Ursprünglich wurden H1-Antihistaminika zur Behandlung von allergischen Reaktionen entwickelt. Mittlerweile existieren drei Generationen von Antihistaminika. Die zweite und dritte Generation wurde vor allem zur Reduzierung der mit Antihistaminika verbundenen Nebenwirkungen wie Müdigkeit konzipiert, damit allergiegeplagte Anwender diese besser im Alltag anwenden können. Diese müde machende Nebenwirkung der ersten Generation von Antihistaminika macht man sich zur Behandlung von Schlafstörungen bewusst zu Nutze. Sie ist in der guten ZNS-Gängigkeit begründet. Hier können Antihistaminika die wachhaltende Wirkung des Histamins im Gehirn hemmen.14 Neben ihrer Wirkung auf H1-Rezeptoren besitzen einige Antihistaminika auch eine antagonistische Wirkung an Muscarin-, Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren und zeigen außerdem eine anticholinerge Wirkung.1

Aufgrund der im Vergleich zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln leichten Zugänglichkeit von Antihistaminika ist das Risiko für missbräuchliche Anwendung hoch. Es gilt zu bedenken, dass auch Antihistaminika zu Abhängigkeiten, wenn auch psychischer Art, führen können. Sie sollten somit nicht bedenkenfrei angewendet werden.15

Zudem können durch die anticholinerge Wirkung Halluzinationen, kognitive Einschränkungen und Delir entstehen. Langfristig sollen anticholinerg wirksame Substanzen das Risiko für Demenz steigern.16 Wie bei synthetischen Schlafmitteln kann auch bei Antihistaminika der sogenannte Hang-over (z. B. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und Abgeschlagenheit) als Nebenwirkung auftreten. Antihistaminika als Schlafmittel sollten daher nur kurzfristig und nur wenn unbedingt notwendig eingesetzt werden (z. B. zur Überbrückung bis zum Arzttermin, bei Langstreckenflügen etc.).

  • Doxylamin (Gittalun, Schlafsterne, Hoggar Night), HWZ ca. 10 h
  • Diphenhydramin (Betadorm, Vivinox Sleep), HWZ ca. 4–6 h