5.2 Beratung von Patienten mit Schlafmittel auf Rezept

Die Erfahrung aus der Apotheke zeigt, dass viele Patienten über einen längeren Zeitraum Schlafmittel wie Benzodiazepine oder Z-Substanzen auf (Privat)Rezept verordnet bekommen. Bei Verordnungen solcher Arzneimittel sollte grundsätzlich darauf hingewiesen werden, dass eine längerfristige Einnahme in die Abhängigkeit führen kann und dass die Behandlung nach der vom Arzt angedachten Therapiedauer daher ausgeschlichen werden sollte.

Bei Patienten, die ein solches Arzneimittel dauerhaft einnehmen, ist eine Beratung im Hinblick auf eine mögliche Abhängigkeit unerlässlich. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Konfrontation mit diesem Problem kann zu Unverständnis führen. So sollte im Beratungsgespräch zunächst erörtert werden, wie lange das Präparat bereits eingenommen wird und wie der Patient die Wirksamkeit einschätzt. Dann ist eine Aufklärung über die Eigenschaften des Präparates hilfreich, auch mit der Information, dass es bei einem (plötzlichen) Absetzversuch zum Wiederauftreten der Schlafprobleme kommen kann – was wiederum eine erneute Einnahme dieser Präparate fördert.

Ergeben sich Hinweise auf eine Abhängigkeit, so sollte zunächst der Hinweis erfolgen, dass ein plötzliches Absetzen kontraproduktiv ist und dass eine ausschleichende Therapie mit ärztlicher Begleitung einen längerfristigen Erfolg sichern kann.

Auch hier kann ein Hinweis auf eine mögliche Behandlung mit retardiertem Melatonin (Circadin®) gegeben werden, da sich in Studien gezeigt hat, dass dieser Wirkstoff bei mit Hypnotika vorbehandelten Patienten unterstützend bei der Entwöhnung eingesetzt werden kann.13