Monatszyklus, Eisprung und Befruchtung

Damit sich jeden Monat Eireifung, Eisprung und Menstruation wiederholen können, ist ein äußerst komplexes und genau aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der Hormone notwendig. Diese sind:

  • Östrogen,
  • Progesteron,
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH),
  • Luteinisierendes Hormon (LH) und
  • Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH).

Die Freisetzung von FSH und LH aus der Hypophyse wird durch die Konzentration von Östrogen und Gestagen in der Blutbahn gesteuert und nach dem Prinzip der negativen Rückkopplung gesteigert oder reduziert. Werden beispielsweise Östrogene und Gestagene mit Hilfe eines oralen Kontrazeptivums zugeführt, sinkt die Freisetzung von FSH und LH so weit ab, dass sowohl die Follikelreifung als auch der Eisprung verhindert werden.

Der Zyklus lässt sich in drei Phasen unterteilen:

Follikelphase

FSH bewirkt, dass in einem der beiden Eierstöcke aus mehreren Follikeln (Eibläschen) eine Eizelle ausreift. Im Verlauf des Zyklus wird ein Follikel ausgewählt, welcher als dominanter Follikel weiter heranreift.9 Die Follikel produzieren das weibliche Hormon Östrogen, aber auch erste Mengen Progesteron. Dieses fördert u. a. den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Zum Zeitpunkt der Zyklusmitte steigt der Östrogenspielgel an. Ab einem bestimmten Schwellenwert wird nach dem Prinzip der negativen Rückkopplung der FSH-Spiegel reduziert und in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) vermehrt LH freigesetzt.

Ovulationsphase

Wenn das gebildete Östrogen einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, kommt es in Kombination mit Progesteron zu einer Entkoppelung der LH-Freisetzung und so zu dessen sprunghaftem Anstieg. Dieser sogenannte LH-Peak löst den Eisprung aus. Das zunehmende Volumen der Flüssigkeitsblase übt zu diesem Zeitpunkt einen so starken Druck auf die Oberfläche des reifen Follikels aus, dass dieser aufreißt und die Eizelle freigibt (= Ovulation). Diesen Vorgang der Follikelruptur bezeichnet man als Eisprung.

Das LH-Level beginnt etwa 48 Stunden vor dem Eisprung sprunghaft zu steigen und erreicht wenige Stunden vor dem Eisprung sein Maximum.

Der Eisprung findet nach Lehrbuch bei einem 28-Tage-Zyklus an Tag 14 statt. Eine Untersuchung von 727 Zyklen von 217 Frauen zeigte jedoch, dass nur bei 12 % aller untersuchten Frauen der Eisprung tatsächlich an Tag 14 stattfand.10 Der Eisprung kann somit nicht verlässlich vorhergesagt werden. Er kann früh, mittig oder spät im Zyklus stattfinden.

Lutealphase

Der zurückgebliebene Follikel färbt sich gelb und produziert das sogenannte Gelbkörperhormon (Progesteron) sowie weiterhin Östrogen. Progesteron bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor: Die Gebärmuttermuskeln entspannen sich, die Körpertemperatur erhöht sich leicht und die Gebärmutterschleimhaut verdickt sich und ändert ihre Struktur, damit sich ein befruchtetes Ei gut einnisten kann.

Nach dem Eisprung wird die Eizelle von den trichterförmigen Enden des Eileiters aufgefangen und über Flimmerhärchen zur Gebärmutter transportiert. Während dieser Reise ist die Eizelle für maximal 24 Stunden befruchtungsfähig. Findet eine Befruchtung statt, nistet sich die Eizelle wenige Tage später (5.–6. Tag) in die darauf vorbereitete Gebärmutterschleimhaut ein (= Nidation). Findet keine Befruchtung statt, fallen die Hormonspiegel (Östrogen und Progesteron) im Blut so weit ab, dass eine Blutung stattfindet. Die FSH-Produktion steigt während dieser Zeit wieder an. Ein neuer Zyklus beginnt.

Zykluslänge

Als Zykluslänge bezeichnet man den Zeitraum vom ersten Tag der Periode bis zum letzten Tag vor der nächsten Periode. Einen pünktlichen Monatszyklus von 28 Tagen hat kaum eine Frau. Auch eine Zykluslänge von 21 bis 35 Tagen gilt als normal und kann von Zyklus zu Zyklus schwanken, z. B. durch Stress oder Erkrankungen.10 Gerade bei jungen Mädchen ist die Zykluslänge oft noch sehr unterschiedlich.

Fruchtbarkeit und fertiles Fenster

Der Zeitpunkt des Eisprungs ist sehr variabel und nicht vorhersagbar. Ob es infolge eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs tatsächlich zu einer Schwangerschaft kommt, hängt maßgeblich vom zeitgleichen Aufeinandertreffen einer befruchtungsfähigen Eizelle und vitalen Spermien ab. Der Zeitraum der Befruchtungsfähigkeit der Spermien und die Überlebensfähigkeit der Eizelle definieren das sogenannte fertile Fenster.11

Als fertiles Fenster bezeichnet man den Zeitraum, in dem ungeschützter Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führen kann.

Die Spermien sind in der Lage, mehrere Tage nach Geschlechtsverkehr in den inneren Geschlechtsorganen der Frau zu überleben. Daher ist ungeschützter Geschlechtsverkehr auch an Tagen vor dem Eisprung ein Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft.

Eine Eizelle ist bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig. Die männlichen Spermien können allerdings bis zu fünf Tage befruchtungsfähig in der Vagina verbleiben.12

Das fertile Fenster beginnt fünf Tage vor dem Eisprung und endet 24 Stunden nach dem Eisprung. Da der Eisprung jedoch früh, mittig oder spät im Zyklus stattfinden kann, ist das fertile Fenster nie exakt vorhersagbar.10

Im Zyklus einer Frau sind die beiden Tage vor dem Eisprung jene mit der größten Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft.13
Während dieser fruchtbaren Tage ist das Risiko, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr zu einer Schwangerschaft führt, besonders hoch.

Die fruchtbarsten Tage innerhalb des Zyklus sind die beiden Tage vor dem Eisprung!