Heilpflanzensäfte

Heilpflanzen- bzw. Presssäfte gehören zur Gruppe der Phytopharmaka. Sie wurden Anfang der 1920er-Jahre durch den Schweizer Pharmazeuten Walther Schoenenberger (1901–1982) auf Grundlage mittelalterlicher Kräuterbücher eingeführt. So gelang ihm der wissenschaftliche Nachweis, dass der Zellsaft erntefrischer Heilpflanzen ein ausgewogenes Gleichgewicht natürlicher Inhaltsstoffe enthält. Er konnte belegen, dass im Presssaft der frischen Heilpflanze eine deutlich höhere Wirkstoffkonzentration zu finden ist als in getrockneten Pflanzen und Pflanzenextrakten, und entwickelte die sogenannte Frischpflanzensafttherapie. Die Pflanzen, die zur Herstellung der Presssäfte im Schoenenberger Pflanzensaftwerk verwendet werden, stammen überwiegend aus Bio-Anbau oder kontrollierter Wildsammlung. 1961 wurden die Presssäfte aus frischen Pflanzen schließlich als freiverkäufliche Arzneimittel in das deutsche Arzneimittelgesetz aufgenommen.