3.4 Fallbeispiele: Einnahme von Medikamenten23–24

Arzneimittel und Mikronährstoffe werden über die gleichen Wege aufgenommen, verstoffwechselt und ausgeschieden. Die Einnahme von Medikamenten kann daher die Nährstoffversorgung beeinträchtigen. Dieses Risiko steigt mit der Zahl der eingenommenen Medikamente und betrifft häufig ältere Menschen. Allerdings können auch junge Patienten, die nur ein Medikament wie Protonenpumpeninhibitoren (PPI) einnehmen, von Nährstoffdefiziten betroffen sein.

Ein Magnesiumdefizit tritt meist zusammen mit einer unzureichenden Versorgung mit anderen Mikronährstoffen wie Kalium auf. Zu den Medikamenten, die die Versorgung mit Kalium und Magnesium beeinträchtigen, gehören z. B. Diuretika. Schleifendiuretika wie Furosemid und Torasemid sowie Thiazide führen zu Verlusten an Kalium und Magnesium über die Nieren. Insbesondere bei einer Langzeittherapie mit Diuretika sind eine Kontrolle der Blutwerte und eine entsprechende Ergänzung der Kalium- und Magnesiumzufuhr sinnvoll.

Vermehrte Kaliumverluste / herabgesetzte Kaliumwerte können darüber hinaus durch die Einnahme folgender Medikamente verursacht werden: Antiasthmatika (Bronchospasmolytika), Antibiotika (Aminoglykoside, Penicilline in hoher Dosierung), Laxantien, Kortikosteroide und Zytostatika (Platinkomplexe).

Vermehrte Magnesiumverluste / herabgesetzte Magnesiumwerte können herbeigeführt werden durch: Antidiabetika (Insulin, Inkretin-Mimetika), antimikrobiell wirksame Substanzen (Aminoglykosid-Antibiotika, Antiprotozoika (Pentamidin), Virostatika (Foscarnet), Polyen-Antimykotika (Amphotericin B)), Beta-2-Sympathomimetika (Fenoterol, Salbutamol, Theophyllin), Herzglykoside (Digoxin), Immunsuppressiva (mTOR-Inhibitoren Rapamycin/Sirolimus), Calcineurin-Inhibitoren (Cyclosporin, Tacrolimus) und Protonenpumpeninhibitoren.

Patientenbeispiel:

Heinz (65) – Diabetiker mit Hypertonie

  • Verheiratet
  • Übergewicht („isst gerne“)
  • Bewegungsmuffel
  • Schlecht eingestellter Diabetes
  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme:
           o Orale Antidiabetika
           o Diuretika
  • Herzrhythmusstörungen

Trotz kalorienreicher Ernährung kann in diesem Fall eine Fehlernährung mit einem Defizit an Vitaminen und Mineralstoffen vorliegen. Hinzu kommt die Einnahme oraler Antidiabetika und Diuretika, die ein Defizit an Mikronährstoffen begünstigen.

Für viele Patienten, die eines oder mehrere der folgenden Medikamente einnehmen, kann Tromcardin® complex eine sinnvolle Ergänzungsempfehlung sein:

Antiarrhythmika, Herzglykoside Große Bedeutung von K und Mg, da bei einem Mangel schwere Nebenwirkungen möglich sind
Antihypertensiva Mg unterstützt Blutdrucksenkung durch Vasodilatation
Diuretika Ausgleich von Elektrolytverlusten durch ergänzende Einnahme von K und Mg
Laxantien Elektrolytverluste durch ergänzende Einnahme von K und Mg ausgleichen; bei häufiger Anwendung auf ausreichende Zufuhr an Vitamin B12 und Folsäure achten
Kardiaka Verbesserung der Herzfunktion durch ergänzende Einnahme von Coenzym Q10 unter Pharmakotherapie der Herzinsuffizienz
Kortikosteroide Elektrolytverlust durch ergänzende Einnahme von K und Mg ausgleichen
Statine Stören die Synthese von Coenzym Q10, weshalb eine ergänzende Zufuhr sinnvoll ist
Protonenpumpeninhibitoren (PPI) Stören die Aufnahme von Mg und Vitamin B12 und bewirken einen Kaliumverlust
Orale Antidiabetika Erhöhen den Bedarf an Mg, Vitamin B12 und Folsäure