3.2 Fallbeispiele: Menopause

Unter den Wechseljahren (Klimakterium) versteht man die hormonelle Umstellung am Ende der fruchtbaren Lebensphase. Die Wechseljahre werden in drei Abschnitte eingeteilt:

  • Perimenopause: Zeit vor dem Ausbleiben der Menstruation
  • Menopause: Zeitpunkt der letzten Menstruation, der 12 Monate keine weitere Regelblutung folgt
  • Postmenopause: Phase nach der Menopause, mit der die fruchtbare Lebensphase endet

Beginn und Dauer der Wechseljahre sind sehr unterschiedlich. Mit 52 Jahren hat die Hälfte der Frauen ihre letzte Menstruation.9 Zu den häufigsten Symptomen der Wechseljahre zählen Hitzewallungen, vaginale Trockenheit und Schlafstörungen.10 Viele Frauen nehmen an Gewicht zu und Alterungserscheinungen wie Gelenkverschleiß machen sich bemerkbar. Diese Veränderungen sind Grund genug, sich mehr Zeit für sich selbst zunehmen. Wie im folgenden Patientenbeispiel dargestellt, lässt dies die berufliche und familiäre Situation allerdings häufig nicht zu.

Patientenbeispiel:

Martina (58) – Frau mit Wechseljahresbeschwerden

  • Befindet sich in der Postmenopause
  • Leidet an klimakterischen Beschwerden
  • Wacht nachts häufig stark verschwitzt auf
  • Beruflich und familiär stark eingebunden
  • Aktiv und sportlich
  • Arthrose der Kniegelenke
  • Nimmt längerfristig NSAR in Kombination mit PPI als Magenschutz, um weiterhin aktiv zu bleiben
  • Hat vor allem nachts Herzstolpern und Herzrasen

In diesem Patientenbeispiel treffen unterschiedliche Faktoren (klimakterische Beschwerden, Stressbelastung und die Einnahme von PPI) zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie können zu einem Defizit an Mikronährstoffen führen.

Vermehrtes Schwitzen / Hitzewallungen in den Wechseljahren

Hitzewallungen treten bei den meisten Frauen (74 %) in den Wechseljahren auf. Sie entstehen durch eine Störung der Wärmeregulation, an der Hormone – allen voran Östrogene – und Neurotransmitter beteiligt sind. Häufig kommt es bei Hitzewallungen zu Gefäßerweiterungen in Händen und Füßen und einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz.11 Für viele Frauen ist dies eine Belastung und Ursache für erhöhte Mineralstoffverluste mit dem Schweiß.

Mit dem Schweiß gehen vor allem Natrium und Chlorid, aber auch Kalium (160–390 mg/L), Magnesium (0–36 mg/L) und Calcium (0–120 mg/L) verloren.12 Je nach Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit und Bewegungsintensität können 1–3 Liter Schweiß pro Stunde gebildet werden. Extreme Bedingungen können daher zu deutlich höheren Wasser- und Elektrolytverlusten führen, die entsprechend ausgeglichen werden müssen.13

Hormonhaushalt und Herzgesundheit

Durch die schützende Wirkung der Östrogene sind Frauen durchschnittlich 10 Jahre älter als Männer, wenn erste Symptome einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auftreten. Mit nachlassender Östrogenproduktion steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen stark an.1 Eine unzureichende Versorgung mit Mineralstoffen kann dazu ebenfalls beitragen. Eine Kost mit niedrigem Magnesiumgehalt steigerte bei postmenopausalen Frauen die Häufigkeit von Extrasystolen.14–15 Eine weitere Untersuchung wies bei postmenopausalen Frauen mit niedriger Magnesiumzufuhr vermehrt Vorhofflimmern und erhöhte Blutzuckerwerte nach.15–16