3.1 Fallbeispiele: Stressbelastung/Burnout

Bei Stress kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Letzteres reguliert zusammen mit Aldosteron die Ausscheidung von Mineralstoffen über die Nieren: Die Rückresorption von Natrium und Wasser steigen, während die Ausscheidung von Kalium und nachfolgend Magnesium ansteigen: Stress ist ein Mineralstoffräuber. In den Herzmuskelzellen kann es daher zu einer Störung des Kalium-Magnesium-Gleichgewichts und damit zu Herzrasen und Herzstolpern kommen.

Patientenbeispiel:

Julia (39) – gestresste Mutter

  • Verheiratet
  • Berufstätig, diszipliniert, organisiert
  • Doppelbelastung Familie/Beruf
  • Zusätzliche Belastung durch kranke Eltern
  • Permanentes Gefühl, nicht allem gerecht werden zu können
  • Klagt über Erschöpfungssymptome
  • Funktionelle Herzrhythmusstörungen (Herzrasen, Herzstolpern)

Die Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie lassen für Eltern häufig wenig Spielraum für Regeneration, gesunde Ernährung und Sport. Stressbelastung, Schlafprobleme und funktionelle Herzbeschwerden betreffen daher auch jüngere Menschen und können sich langfristig negativ auf ihre Gesundheit auswirken.

Eine ausreichende Versorgung mit Kalium und Magnesium stellt eine wichtige Voraussetzung für eine normale Herzfunktion dar. Magnesium spielt als Cofaktor der Na/K-ATPase eine wichtige Rolle für Erregbarkeit und regelmäßige Kontraktion der Herzmuskelzellen. Außerdem schützt Magnesium das Herz vor Stressbelastung, indem es das Zusammenspiel von Hypothalamus, Hypophyse und Nebennierenrinde beeinflusst.4 Umgekehrt kommt es bei niedrigen Magnesiumspiegeln zur Freisetzung von Stresshormonen, die wiederum die Magnesiumausscheidung steigern. Damit kann eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden.5

Die Stressreduktion für das Herz durch eine ergänzende Magnesiumzufuhr zeigt sich z. B. in einer Verbesserung der Parameter der Herzfrequenzvariabilität (heart rate variability, HRV). Eine niedrige HRV deutet auf eine Imbalance von sympathischem und parasympathischem Nervensystem hin. Während das sympathische Nervensystem den Körper auf körperliche und geistige Leistungen vorbereitet (am Herz: Steigerung der Herzfrequenz) steuert der Parasympathikus Funktionen der Verdauung und Regeneration (am Herz: Senkung der Herzfrequenz). Eine ergänzende Magnesiumzufuhr führte bei Studienteilnehmern zu einer Verbesserung der HRV als Indikator für eine verringerte Stressbelastung.6

Chronischer Stress kann durch Interaktionen zwischen neuroendokrinem System und Immunsystem Depressionen und kardiovaskuläre Erkrankungen begünstigen.7 Stress in der Lebensmitte führte bei Frauen zu verstärkten Ablagerungen in den Gefäßen.8