2. Grundlagen zur Vaginalflora und Beratung in der Apotheke

Die Vagina (Scheide) gehört zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen und ist ein 8 bis 12 cm langer elastischer Schlauch aus Bindegewebe und weniger stark ausgeprägten Muskelfasern. Das blinde Ende der Vagina wird als Scheidengewölbe bezeichnet und umschließt den Übergang zum Gebärmutterhals (Portio vaginalis).13

Die Vaginalschleimhaut besteht aus einem mehrschichtigen unverhornten, glykogenreichen Plattenepithel ohne Drüsen. Das Scheidensekret stammt aus Drüsen des Gebärmutterhalses (Cervix uteri) und aus abgestoßenen Epithelzellen. Die auf der Vaginalschleimhaut angesiedelten Laktobazillen verwerten das Glykogen der verworfenen Zellen zu Milchsäure, was prämenopausal einen pHWert von etwa 4 bedingt. Das saure Vaginalmilieu macht es potentiell pathogenen Erregern (z. B. Candida albicans) schwer, sich anzusiedeln und Krankheiten zu verursachen (z. B. Vaginalmykose).13 Eine ausreichende Anzahl an Laktobazillen ist somit ein wesentlicher Faktor, um Erkrankungen und Fehlbesiedlungen der Vagina zu vermeiden.