Häufigkeit der Blutglukoseselbstmessung

Typ-1-Diabetes

Bei Typ-1-Diabetes und einer intensivierten Therapie sollte die Blutglukose mindestens fünfmal täglich bestimmt werden (präprandial, ggf. postprandial und vor der Bettruhe) sowie alle zwei bis drei Wochen während der Nacht. Hinzu kommen Messungen in besonderen und außerplanmäßigen Situationen (z. B. bei Hypoglykämieverdacht, Sport, Krankheit, Urlaub, vor einer Autofahrt).

Typ-1-Diabetiker mit einer konventionellen Therapie führen in der Regel drei- bis viermal täglich eine Blutglukoseselbstmessung durch (präprandial und vor der Bettruhe). [10, 11]

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes müssen ihre Blutglukose häufiger bestimmen, um gefährliche Stoffwechselentgleisungen zu verhindern. Bei Kindern, die eine intensivierte Therapie durchführen, muss mindestens zehnmal täglich die Blutglukose bestimmt werden (prä- und postprandial, vor dem Schlafengehen, nachts). Bei fieberhaften Infekten muss sogar alle 2–3 Stunden gemessen werden. Kinder und Jugendliche, die eine Insulinpumpe verwenden, sollten mindestens zwölfmal täglich messen.

Typ-2-Diabetes

Laut Leitlinienempfehlungen ist eine Blutzuckerselbstkontrolle bei Typ-2-Diabetikern nur in bestimmten Situationen notwendig (z. B. in der Einstellphase, bei Operationen, Insulintherapie).

Typ-2-Diabetiker, die eine intensivierte Therapie durchführen, sollten mindestens viermal pro Tag ihren Blutzucker messen (präprandial, ggf. postprandial und vor der Bettruhe) und alle zwei bis drei Wochen nachts.

Patienten, die eine CT oder Bedtime-Therapie (Insulin zur Nacht) anwenden, benötigen mindestens zwei Messungen pro Tag (präprandial nüchtern und vor dem Schlafengehen). Auch hier sollte alle zwei bis drei Wochen in der Nacht ein Wert bestimmt werden (2 bis 4 Uhr).

Bei einer oralen Therapie mit Sulfonylharnstoffen werden Teststreifen benötigt, um eine Hypoglykämie zu erkennen. Es sollte mindestens zweimal pro Woche gemessen werden (präprandial nüchtern und vor dem Schlafengehen) und alle zwei bis drei Wochen nachts. [5]

Prinzipiell ist auch die Versorgung von Typ-2-Diabetikern, die eine orale antidiabetische Therapie erhalten, mit mindestens 50 Teststreifen pro Quartal sinnvoll, entweder zur Schulung oder bei Nichterreichen der Therapieziele. [5]

Gestationsdiabetes

Bei einem Gestationsdiabetes, der über die Ernährung behandelt wird, sind mindestens 15 Messungen pro Woche angezeigt. Der Nüchternwert sollte täglich bestimmt werden, die prä- und postprandialen Werte sowie der Blutglukosewert vor dem Schlafengehen dreimal in der Woche.

Bei einem Gestationsdiabetes, der mit Insulin behandelt wird, sind mindestens sieben Messungen pro Tag erforderlich (prä- und postprandial, vor dem Schlafengehen). Alle zwei Wochen muss der Blutglukosewert auch nachts (zwischen 2 und 4 Uhr) bestimmt werden. Ebenso ist die Messung in außerplanmäßigen Situationen erforderlich.

Zusatzinfo:

Typ-1- oder Typ-2-Diabetikerinnen, die schwanger sind, sollten mindestens siebenmal täglich messen (prä- und postprandial, vor dem Schlafengehen) und einmal in der Woche nachts.