Blutzuckermesswerte

Blutzuckerwerte werden entweder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l) angegebenen. Bei Menschen, die nicht an Diabetes mellitus leiden, liegt der Plasmaglukosespiegel nüchtern, das heißt 8 bis 10 Stunden nach der letzten Mahlzeit, in der Regel unter 100 mg/dl bzw. 5,6 mmol/l. Postprandial steigt der Plasmaglukosewert meist nicht über 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/l.

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn die Nüchternplasmaglukose bei ≥ 126 mg/dl bzw. 7,0 mmol/l oder die Gelegenheitsplasmaglukose bei ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) liegt. Weitere Diagnosekriterien sind:

  • oraler Glukosetoleranztest (OGTT): 2-h-Wert im venösen Plasma ≥ 200 mg/dl und
  • HbA1c-Wert ≥ 6,5 % (≥ 48 mmol/l). [2]

Bei Nüchternglukosewerten von 100 bis 125 mg/dl bzw. 5,6 bis 6,9 mmol/l im venösen Plasma spricht man von abnormal erhöhten Nüchternglukosewerten (IFG = impaired fasting glucose bzw. IFT = impaired fasting tolerance). Bei postprandialen Glukosewerten von 140 bis 199 mg/dl bzw. 7,8 bis 11 mmol/l spricht man von einer gestörten Glukosetoleranz (IGT = impaired glucose tolerance). [2]

Tab. 2: Übersicht der Blutglukosewerte und ihrer Bedeutung [2]

* Der HbA1c-Wert ist für die Diabetesdiagnose nicht geeignet, wenn mit einer Beeinflussung oder Verfälschung des Wertes zu rechnen ist.

Bei Werten, die im Bereich der IFG bzw. IGT liegen, klären Ärzte die Betroffenen über ihr Diabetesrisiko auf und leiten gegebenenfalls eine Lebensstilintervention oder die Behandlung der Risikofaktoren ein. Nach spätestens einem Jahr wird die Risikobestimmung wiederholt, bei vaskulären oder neurologischen Komplikationen früher. [2]

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der Begriff Normoglykämie, der für Blutglukose im „normalen“ Bereich steht, für Glukosespiegel verwendet werden, die mit einem niedrigen Risiko einhergehen, einen Diabetes oder eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln. Dies sind die Werte unterhalb der Prädiabetes(IGF/ IGT)-Werte. [5]